Mittwoch, 8. Juli 2015

Lucke verlässt die Partei - Von Wankelmütigen und Weckmännern

Nun ist es quasi amtlich. Die Nachrichtensender überschlagen sich fast und erste Interviews sind mit Sicherheit auch schon im Netz unterwegs. Politiker aller Parteien äußern sich - je nach politischer Heimat - bewundernd oder böswillig. Und diverse Gazetten pappen es in dicke gut lesbare Lettern :

PROF. BERND LUCKE VERLÄSST DIE AFD !

Ich möchte eigentlich an dieser Stelle nicht einen Mann kritisieren, der in den schweren Aufbaujahren viel für die AfD und damit für die politische Kultur in diesem Lande getan hat. Es war mit Sicherheit eine schwere Aufgabe eine Partei zu positionieren, an der heute und in Zukunft so leicht keine Politik vorbei gemacht werden kann. Dafür möchte ich Prof. Lucke meinen Dank aussprechen. Wäre er nur als Vorsitzender in Würde abgetreten, so würde mein Beitrag hier enden. Vermutlich noch mit besten Wünschen für die Zukunft. Aber er wollte es wohl anders.

Nachdem ihm auf dem richtungsweisenden Parteitag in Essen die Mehrheit der Delegierten eben nicht mehr als Vorsitzender haben wollte, zog sich dieser, an sich honorige, Mann schmollend zurück. Beleidigt und enttäuscht wie ein Penäler, dem man sein Spielzeug entzogen hat. Das er über das Wahlergebnis nicht gejubelt hat, kann ich ja nachvollziehen - aber Herr Lucke musste auch wissen, das ein Parteitag keine Hochschulvorlesung ist, bei der die Studenten (oder Studierenden wie man sie heute nennen muss) ehrfurchtsvoll den Ausführungen seiner Magnifizenz schweigen zustimmen. Parteitage sind dazu da, grundsätzliche Entscheidungen nach dem Willen der Mitglieder zu treffen. Es ist keine Nachhilfestunde in Ökonomie und kein Tutorium für Parteimitglieder.
Hier irrte Herr Lucke.

Also warf er - im Kern seiner Seele tief getroffen - das Handtuch (pardon, das Parteibuch) - in die Ecke und erntete dafür erstmalig großen Beifall der politischen Gegner. Wenn er schon der Meinung ist, die AfD würde sich unter Frauke Petry in die falsche Richtung entwickeln, so hätte er argumentativ dagegen halten können, Überzeugungsarbeit leisten können und versuchen sollen seine Positionen durchzufechten. Nichts davon hat er versucht. Stattdessen versuchte er innerhalb der Partei seine Kaderformation "Weckruf 2015" zu etablieren. Nun, nach seinem Austritt, beabsichtigt er die Partei von aussen zu spalten und mit eben diesem Weckruf eine neue Partei zu gründen. Nun, ob es in Deutschland einen Bedarf an einer neuen, rein auf wirtschaftsliberale Themen beschränkte Partei gibt, darf ich hier in arge Zweifel ziehen. Sollte diese Partei sich wirklich gründen, so wird sie (wie ihr großes Vorbild F.D.P) entweder sofort in der Versenkung verschwinden oder zu einem akademischen Diskussionszirkel degenerieren. Warum sollte der Wähler eine FDP-Kopie ankreuzen, wenn er schon des Originals überdrüssig war? Nur mit einem Thema und mit seinem Namen kann man in diesem Lande nicht viel bewegen. Auch hier irrt Herr Lucke.

Nun hat Herr Lucke natürlich auch langjährige Freunde. Einer davon ist Hans-Olaf Henkel. Einen Mann, dessen wirtschaftspolitische Kompetenz von niemandem angezweifelt werden kann. Nachdem sein Freund Lucke aber nun nicht mehr die Führungsrolle in der Partei inne hat, schmiss auch er die Brocken medienwirksam hin. Offenbar hat Herr Henkel den Sinn einer Partei nicht verstanden. Das ist nicht die Firma Lucke & Co, bei der man kündigt, weil der neue Chef die Prokura nicht verlängern will. Wenn er sich selber eher als Angestellter von Herrn Lucke sehen will, so ist das natürlich seine Sache. Aber das in einer demokratischen Partei eben nicht nach Gutsherren-Art geleitet wird, scheint mit dem Weltbild des Herrn Henkel unvereinbar zu sein. Herr Henkel hätte auch als Ratgeber von Frau Petry noch viel bewegen können, aber er zog es vor lieber mit seinem Herrn abzutreten (und das sogar noch vor Herrn Lucke). Mit Demokratieverständis hat das wenig zu tun. Und solch ein Verhalten wird der Wähler einer neuen Partei nicht belohnen. Hier irren die Herren Lucke und Henkel. 

Nun schreien die Medien, es habe einen "Rechtsruck" in der Partei gegeben. Das ist hanebüchener Unsinn. Es haben Mitglieder auf einem Parteitag einer demokratischen und dem Grundgesetz verpflichteten Partei einen Führungswechsel herbeigeführt. Ganz normal - durch eine Wahl. Das ist in der SPD genauso wie in der CDU üblich. Es wäre eher sonderbar, wenn in der AfD der Vorstand eine andere Meinung hätte als die Basis. In einer Partei wie z.B. der CDU, wo über Jahrzehnte gewachsene Machtstrukturen die "Großkopferten" schon per Parteistatut vor harten Wechseln schützen und z.B. der SPD wo die Genossen vor dem Parteitag schon vom Landesverband auf Linie getrimmt werden - da wird so etwas nur selten passieren. Es ist aber gerade der Vorteil und das erfrischende Moment der AfD, das nicht jeder Ebene verkrustete Alt-Kader jede Form von eigener Meinung im Keim ersticken können. In der AfD kommt es auf die Meinung eines jeden Mitglieds an. Die Politikverdossenheit des Bürgers hinsichtlich der Altparteien trifft die AfD gerade somit nicht. 

Liebe "Weckrufler" , liebe Zweifler, liebe Besorgte. Es wurde in Essen (meiner Heimatstadt) auf einem Parteitag demokratisch abgestimmt. Die Parteifreunde, die dort waren, sind die gleichen mit denen man schon vor Wochen oder Monaten erfolgreich zusammen gearbeitet hat. Setzt diese Zusammenarbeit fort. Eine Partei lebt durch ihre Mitglieder. Sich zu verschließen, sich zu entziehen oder gar nun beleidigt die Seiten zu wechseln, ist unserer gemeinsamen Idee, ist unserer Partei schädlich und nützt keinem - außer dem politischen Gegner. Die AfD ist immer noch - und gerade unter Frauke Petry - die einzige wirklich bürgerlich-konservative Partei. Uns wegen der Person des Herrn Lucke und des Herrn Henkel in Grabenkämpfen zu üben oder wegzulaufen, ist der falsche Weg. Herbert Wehner sagte einmal : "Wer den Saal verlässt, muß auch schauen, wie er wieder hereinkommt". Weglaufen ist die Strategie der Feiglinge - Beständigkeit eine bürgerliche Tugend.


 


Sonntag, 5. Juli 2015

EUROPA ?!? Gedanken zu einer Idee

60 Jahre alt ist die Idee des "Vereinigten Europas" und noch immer kann man vom ewig jungen Europa sprechen. Warum ? Weil nach mehr als sechzig Jahren politischer Rumwurstelei diese Idee immer noch an den Kinderkrankheiten leidet. Ursprünglich mal als politische Handlungseinheit zwischen den Franzosen und den Deutschen gedacht (mit Einbeziehung der BENELUX-Staaten), damit die Franzosen keine Angst mehr vor den Deutschen haben und die Deutschen ihre Waren problemlos nach Frankreich verscherbeln konnten. War an sich eine gute Idee, wenn auch bei der Gründung Frankreich immer noch eine Kolonialmacht war, die in Afrika jede Freiheitsbewegung mit dem Armeestiefel niederstampfte. Erst in den 60er Jahren gaben die Franzosen weite Teile ihrer Kolonien auf (weil es ihnen zu teuer wurde, die maulenden Afrikaner dauerhaft mit Geschenken bei Laune zu halten und dafür noch quasi einen Bürgerkrieg im Hinterhof finanzieren zu müssen). Und nachdem es dann mit diesen 5 Staaten ganz gut geklappt hatte, meinten unsere Politiker plötzlich die Vision eines geeinten Europas vor Augen zu sehen. Aus 5 Staaten wurden zwölf, dann vierzehn und dann 27 Staaten, die ihre Souveränität, ihre nationalen Bestrebungen und ihre inneren Grenzen für die glorreiche Idee aufgaben, von Brüssel und Straßburg aus ihre Gurken normen zu lassen. Das die Europa-Fanfare eigentlich eine Komposition Charpentiers zu Ehren des französischen Königs war, sei mal dem politischen Bauchpinseln in Richtung des damaligen französichen Präsidenten Pompidou geschuldet.

Das Ganze wurde dann 2002 gekrönt von einer gemeinsamen Währung - Dem EURO !
Abgesehen davon, das in Deutschland niemand gefragt wurde, ob er diesen weichen Esperanto-Taler wollte, verkaufte uns jede politische Richtung von SPD bis CSU, von Helmut Schmidt bis Helmut Kohl den EURO als das Allheilmittel gegen Nationalismus, Krieg und Verelendung. Gebetmühlenartig erklärte man uns zu jeder passenden und auch unpassenden Gelegenheit die Notwendigkeit einer stabilen Währung (die hatten wir allerdings vorher mit der Mark auch). Man schilderte uns in den buntesten Farben, das der EURO der Kitt wäre, mit dem das europäische Haus nun endlich in stabile, wetterbeständige Formen gepresst würde. Und man versicherte uns - ob nun SPD oder CDU - der EURO wäre sicherer als die Deutsche Mark, weil er ja von so vielen guten europäischen Schultern getragen würde. Und viele Deutsche glaubten sogar daran. Schließlich war es doch der CDU-Kanzler Helmut Kohl, der uns nicht nur die Einheit persönlich gebracht hatte, sondern auch ein ganz persönliches Verhältnis zum Geld hatte (wenn er auch nicht immer so genau wusste, wer ihn da gerade die Millionen "Bimbes" aufs Konto gepackt hatte). Nun - Helmut Kohl ist nach seinem unrühmlichen Auftritt vor dem Spenden-Untersuchungsausschuß in der politischen Versenkung verschwunden und vegetiert nun als sabbernder Greis in Oggersheim vor sich hin - von den eigenen Söhnen distanziert und von jeder politischen Tätigkeit enthoben. Seinen gelobten EURO haben wir immer noch am Halse hängen. Wenn wenigstens mit seinem blamablen Abtritt auch seine krude Idee von der europäischen Gemeinschaftswährung auf den Müllhaufen der Geschichte geworfen worden wäre, so wäre der Schaden, den dieser überschätzte Provinz-Politiker angerichtet hat, in überschaubaren Grenzen geblieben.

Darüber hinaus haben wir viele unserer  souveränen Rechte als Staat an eine politische Entscheidungsstelle verlagert, auf die der "mündige" sprich wahlberechtigte Bürger nur indirekt oder gar keine Zugriffmöglichkeit erhalten hat. Die Europäische Kommission wird von keinem Bürger gewählt und auch Jean-Claude Junker wurde - entgegen den Wahlplakaten zur Europa-Wahl - nicht von den Bürgern gewählt, sondern im Hinterziimmer ausgekungelt. Das wundert mich allerdings nicht, da Herr Junker ja seine politschen Fähigkeiten als luxemburgischer Premier in erster Linie als eine Art steuerpolitischer Lumpensammler bewiesen hat, der in der ganzen Welt die Betreiber steuervergünstigter luxemburgischer Briefkastenfirmen gesucht und gefunden hat. Solche Typen verkaufen auch auf Kaffee-Fahrten alten Omis überteuerte Heizdecken und Heilerde aus Sumatra.
Sein politischer Kontrolleur - der Präsident des Europäischen Parlamentes brillierte einst als Spitzenpolitiker in der Rolle des gescheiterten Bürgermeisters von Würselen (eine Kleinstadt im Kreis Aachen). Solchen Leuten wurde also mit scheinbarer Genehmigung des Wähler und mit Billigung unserer Volksvertreter so wichtige Aufgaben wie Währungspolitik, Grenz- und Zuwanderungskontrollen, Sicherheitspolitik und Gesetzgebung in die Hand gegeben. Eher hätte man Schimpansen mit chinesischem Porzellan spielen lassen sollen - da hätte man wenigstens etwas zu Lachen gehabt. Die Probleme - insbesondere der äußeren Sicherheit der EU - können von dieser Ansammlung heillos zerstrittener, inkompetenter und in den meisten Fällen nur auf das Wohl des eigenen Volkes bedachten Politkasperl werder fachlich noch zügig angegangen werden. Wenn diese Gestalten - selbstverliebt und vollkaskoversichert - wirklich politische Klasse besäßen, so hätte man sie nicht nach Brüssel oder Straßburg abgeschoben. Wer wirklich etwas taugte, der blieb in der Heimat. Nicht umsonst gilt das europäische Parlament als Endlagerstätte für verbrannte politische Seelen (oder für diejenigen, die die Flecken auf der weißen Weste nicht verbergen können).

Aber der Bürger ist ja garnicht so doof, wie der EU-Politiker sich das wünscht. In Großbritannien spuckt ein Nigel Farage den Euro-Freunden kräftig in die Suppe, in Frankreich marschieren Hundertausende für die Front National der Marine le Pen durch die Straßen und erobern die Rathäuser, in Ungarn wurde Victor Orban - ein erklärter Nationalist - Ministerpräsident, in Spanien spalten sich die Wähler in Linke und eine neuerstarkte Falange Espagnola, in Italien blockieren die Neofaschisten die politische Arbeit und auch in den anderen Staaten formieren sich Euro- und EU-Gegner wie in Dänemark und den Niederlanden. Nach 60 Jahren Schönfärberei und Dauerberieselung europäischer Ideale steht kaum ein Land der EU noch ohne massive kritische Masse da. Scheisse aber auch, was - da werden Generationen von Bürgern von ihren Politikern auf die Europa-Idee eingeschworen als gelte es das Evangelium zu verkünden und am Ende stehen mehr Leute gegen diese Idee als zuvor. Da muss doch etwas passiert sein.

Tja - das ist wie in der christlichen Seefahrt. Man kann die Lecks eine Zeitlang stopfen, man kann eine Kapelle auf dem Oberdeck spielen lassen und man kann sogar durch geschicktes Pumpen den Kahn noch eine Zeit über Wasser halten. Einmalaber kommt der Moment - wenn auch spät, aber unvermeidbar - da merken die Leute in den unteren Decks, das etwas nicht stimmt. Und dann bricht sich die Panik Bahn.

Heute entscheiden die Griechen, ob sie sich Sparmaßnahmen unterwerfen oder einfach "Leck mich" sagen wollen. Die Banken bei ihnen sind geschlossen, die Arbeitslosenzahlen sind oben und "der Ouzo fürr meinne Frreundää" geht schon lange nicht mehr aufs Haus. Die Misswirtschaft der in Euphorie in die EU und die Euro-Zone gelockten (oder getriebenen) Griechen, ist so unübersehbar, das hier der Blindeste merken muß, wo die Grenzen der himmlischen Harmonie der EU sind. Man hat ja wirklich bald jede angeschlagene Bananenrepublik vom Balkan bis zum Baltikum in die Staatengemeinschaft gelockt, wie die Mitspieler in einem Pyramidenspiel. Da gewinnt nur der, der als erster wieder aussteigt. Das ist uns hier leider nicht möglich. Wir hängen - dank der alternativlosen Politik unserer sparsamen Kanzlerin ("so handelt die schwäbische Hausfrau") - mit satten 80 Mrd € für die Feta-Oliva-Gyros-Schmierlappen in der Kreide. Ob nun der Premier Tsipras oder Alexis Sorbas heisst, ob nun die Knoblauchkäse-Souvlakis austrten, drinbleiben oder rausfliegen, ob die Griechen mit ja oder nein stimmen. Hier ist das Ende der Fähigkeiten der EU sichtbar. Hier werden die sorgsam verdrängten Probleme tägliche Realität. Heute sind es die Griechen mit ihrem desolaten Haushalt, morgen sind es die Italiener, die den illegalen Einwanderern nicht Herr werden.

Wenn man am Bett eines Kranken sitzt, so hat man die Möglichkeit ihn zu heilen oder ihn sterben zu lassen. Wenn aber jemand so krank, so lebensunfähig, wie sich diese politische Chimäre erwiesen hat, so gibt es eigentlich nur noch die politische Sterbehilfe. Im Laufe der Geschichte haben sich viele Staatengebilde als überholt und nicht mehr existenzfähig gezeigt (die Pontische Union, das karthargische Reich, das heilige römische Reich deutscher Nation, die Mogulreiche usw.). Wir können uns noch auf einen langfristigen Zerfallsprozess einstellen oder heute und hier sagen : Ende !
Die Tränen zur Beisetzung der EU und des Euros werden sich - zumindest in Deutschland - sehr in Grenzen halten.

Donnerstag, 2. Juli 2015

Es ist heiß ! - NA UND !

Endlich gehen mal die Temperaturen auf ein Niveau, das man mit Fug und Recht als "sommerlich" bezeichnen kann. Das Thermometer klettert munter auf 37 Grad und am Himmel zeigt sich freudig die Bläue wolkenlos. Das ist Sommer. Das ist die Zeit sich mal in den Swimmingpool zu werfen ohne vorher die Heizung an dem Ding anzuwerfen. Das ist die Gelegenheit sich mal wirklich stilecht einen "Cuba libre" oder einen "Long Island Iced Tea" zu gönnen. Man kann endlich das Cabrio aus der Garage fahren ohne einen Schal in den Nacken zu legen oder sich die Nase abzufrieren.

ENDLICH SOMMER - und was lese ich in diversen Posts von Freunden und Bekannten ? Die Meinungen gehen von "Scheiß-Hitze" bis zu "Ich wandere nach Grönland aus". Wo sind die Leute geblieben, die das Ausbleiben des Sommers je nach Position und Weltsicht dem Klimawandel, der Regierung, der SPD oder dem guten Petrus in die Schuhe geschoben haben. Wo sind die Menschen, die sich lang und breit über die "richtigen Sommer" in ihrer Jugend erinnert haben. Ich kann mich an meine Kindheit erinnern, wo wir solche Temperaturen nicht selten hatten. Heute müssen wir zum Teil dafür recht weit reisen und erhebliche Geldmittel aufbringen. Jetzt ist der Sommer hier - und gratis obendrein. Also - nicht maulen sondern sich einfach mal vom Sommerfeeling packen lassen.

Natürlich hat so eine Wärmewelle auch ihre Schattenseiten. Die Strand- und Gartenlokale sind zum Teil überfüllt mit Menschen, mit denen ich eigentlich meine Freizeit nicht verbringen möchte. Unförmige junge Menschen präsentieren ihre körperlichen Unzulänglichkeiten in blamierenden Kleidungsstücken und zeigen ihre verunglückten Tätowierungsversuche. Sonnenungeübte strecken ihre an gammelige Käsesticks erinnernden Extremitäten in Fußgängerzonen schamlos in die Sonne (und wundern sich über den Sonnenbrand, der sie zwar krebsrot, aber eben nicht braun gemacht hat). In den öffentlichen Badeanstalten mancher Region wabern verhaltensauffällige Jugendliche alkoholisiert durch die Landschaft (ebenfalls mit hohem Sonnenbrandrisiko, weil die Ölung nur innerlich vollzogen wurde). Und in den Getränkemärkten kaufen die Leute plötzlich Mengen von Sprudelwasser als würde die Versorgung in Folge des bevorstehenden GREXIT ab nächste Woche ausschließlich noch auf Lebensmittelmarken erfolgen.

Und da sind wir genau bei dem Punkt, der uns von sonnenverwöhnten Völkern unterscheidet. Wir geraten zu leicht in Panik. Geht die Sache doch mal gelassen an. Nur weil die Sonne am Himmel mal etwas scheint, müssen nicht die Wasservorräte auf Notstandsniveau gebracht werden. Man muss nicht in die Schwimmbäder fliehen, die sind nächste Woche auch noch da (oder halt der Baggersee). Einen Platz im Gartenlokal braucht man nicht beim Kellner lautstark zu reklamieren (wenn man sonst die Restaurantion nur spärlich frequentiert) - der arme Mann (- oder Frau) hat bei dem Wetter schon genug zu laufen. Warum drängeln ? Es ist allen warm. Warum ein böses Gesicht machen ? Die Probleme werden bei hohen Temperaturen nicht schlimmer und durch "böses Gucken" nicht leichter zu lösen sein. Immer gelassen bleiben - die typische südamerikanische "Tranquilidad" mal raushängen lassen.

Ich jedenfalls habe mir vorgenommen, das warme Wetter einfach zu genießen und nicht verdrießlich in den Sommer zu gehen. Und wem es zu warm ist, dem darf ich einen Satz meines Großvaters in Erinnerung bringen. 1976 war auch so eine Hitzewelle. Unser Nachbar meinte schon den Untergang des Abendlandes zu erkennen. Mein Großvater lachte nur und meinte "....vor El-Alamein war es viel heißer!" 

Geniest die Sonne !

Freitag, 19. Juni 2015

Lieber Kardinal Woelki - offener Brief an den Erzbischof von Köln

Lieber Kardinal Woelki,

ich möchte eines vorweg schicken : Ich bin katholisch. Und ich bin gerne katholisch. Der Besuch eines Gottesdienstes ist mir keine lästige Pflicht zu Beerdigungen und Hochzeiten - mir bedeutet es tatsächlich noch etwas. Auch bin ich ein vehementer Verteidiger der katholischen Kirche, was nicht immer einfach ist. Ich halte die katholische Kirche für einen Grundpfeiler unserer westlichen Zivilisation und den Katechismus für einen zentralen Wert unserer abendländischen Wertegemeinschaft.Die Leistungen, die die katholische Kirche für die Entwicklung Europas in den letzten Jahrhunderten erbracht hat, sollten auch heute noch gewürdigt werden.Und mir selber war die katholische Kirche in Zeiten persönlicher Krisen ein nicht zu unterschätzender Sicherungsanker.

Ich bin aber auch ein Mensch, dem die abendländische Wertegemeinschaft, unsere Kultur und auch Begriffe wie "Vaterland" und "Heimat" etwas bedeuten. Hier bin ich aufgewachsen, hier haben meine Vorfahren gelebt und hier fühle ich mich wohl. In diesem Lande gehe ich meiner Arbeit nach - hier ist mein Lebensmittelpunkt. Umso befremdlicher erscheint mir nun aber, was ich aus den Medien heute entnehmen musste. 23000 mal sollen heute die Glocken geläutet werden - 23000 mal für die "Flüchtlinge", die im Mittelmeer ertrunken sind.

Betrachten wir uns einmal diese "Flüchtlinge". Nicht jeder, der sein Heimatland bei Nacht und Nebel verlässt, ist automatisch ein Flüchtling. Bei Nacht- und Nebel verlassen auch jene ihre Heimat, die aus guten Gründen das Licht des Tages scheuen müssen : Fahnenflüchtige, Vaterlandsverräter, Kriminelle, Verbrecher und Menschen mit niederen Beweggründen. Menschen, die sich auf den Weg nach Europa machen, wie einst die Goldsucher den Weg nach Californien oder Alaska gingen, aus dem einzigen Grunde am Wohlstand der Goldfunde zu partizipieren. Menschen, die statt in ihrer Heimat ein einfaches, wohlgefälliges und arbeitsames Leben zu führen, der Verlockung relativen Wohlstandes wegen die Familie und die Heimat im Stich lassen. Menschen, die durch falsche Versprechungen auf schnellen Reichtum und in absoluter Unkenntnis der wahren Verhältnisse ins scheinbar gelobte Land zu kommen versuchen. Menschen aus Ländern, die zwar arm sind, die aber in keiner Weise das Prädikat politischer Verfolgung hergeben. Persönliche Armut mag ihnen als Beweggrund akzeptabel sein, den Gesetze unseres Landes, den Gesetzen der europäischen Union und dem Verständnis des durch diese Menschen wirtschaftlich belasteten Bürgers entsprechen sie nicht.  Es mag auch ehrenhafte Gründe geben, so zu handeln. Wer an Leib und Leben wegen seiner politischen Einstellung bedroht wird, hat das verbriefte Recht, in der EU einen Antrag auf Asyl zu stellen - aber dieses Recht bleibt Jenen vorbehalten, die es wirklich zum Schutze ihres nackten Lebens brauchen. Deshalb muß man hier zwischen verfolgtem Mitmensch und illegalem Wohlstandsmigrant unterscheiden.

Wenn sich also nun diese Horden von geschätzt 2.000.000 Menschen auf den Weg nach Europa machen, so haben wie Europäer nicht nur das Recht uns vor den Ansprüchen dieser Menschen zu schützen, sondern auch die Pflicht unsere Bürger, unsere Heimat und unsere Lebensverhältnisse vor dem unkontrollierten Zugriff durch illegale Einwanderer zu bewahren. Die Verhältnisse in diesem Land hinsichtlich Kriminalität und Gewalt auf unseren Strassen zwingen uns dazu, unser Leben und unseren Besitz im eigenen Lande zu schützen. Die katholische Kirche macht da keine Ausnahme. Auch die Kirchen werden nachts verschlossen um Diebe und lichtscheues Gesindel draußen zu halten. Der Bischofssitz wird auch durch einen Sicherheitsdienst geschützt und manches Fahrzeug der Kurie ist nicht ohne Grund mit schußsicherem Glas ausgerüstet. Für jemanden wie einen Bischof, der gut bewacht, geschützt und frei von existenziellen Sorgen in seinem Lebensumfeld agiert, mag ja die Besorgnis des einfachen Menschen nach Sicherheit und Wohlstand schwer nachvollziehbar sein, aber es sind die Sorgen des einfachen Menschen auf der Straße. Wer sich nun dann hinstellt und die Besorgnisse des Bürgers von der Kanzel aus verdammt, benimmt sich leider nicht anders, als ein feister Renaissance-Fürst, der seinem hungernden Volk empfiehlt Kuchen zu essen, wenn sie kein Brot haben.

Es ist natürlich traurig, wenn Menschen ertrinken. Es zwingt aber niemand diese Menschen auf die Schlepperboote zu gehen und den unsicheren Weg über das Mittelmeer zu suchen. Es gibt die Möglichkeit bei jeder Botschaft der EU einen Antrag auf Einreise zu stellen. Es gibt Länder (wie z.B. Brasilien, Argentinien, Paraguay, China, Rußland) die fast unbegrenzt Einwanderer aufnehmen. Da diese Menschen eben nicht in diese Länder wollen, die ihnen auch eine sichere Heimstatt bieten, zeigt deutlich, das der einzige Grund für die Fahrt mit dem Seelenverkäufer übers Mittelmeer die eigene Gier nach Wohlstand ist. Wer bewusst sein eigenes Leben als Faustpfand für ein Leben im Wohlstand in die Waagschale wirft, muß sich eher dem Vorwurf der (moralischen) Erpressung aussetzen, als das er unser Mitleid verdient.

Es steht der katholischen Kirche und besonders dem Erzbistum Köln frei, Menschen die ihrer Ansicht nach in dieses Land auch ohne Erfüllung der Bedingungen legaler Einwanderung sollen, persönlich einzuladen. Nach Veröffentlichung der Bilanz des Erzbistums dürften ihnen die daraus entstehenden Kosten durchaus zuzumuten sein. Sie dürfen auch gerne Pfarr- und Gemeindegebäude der Stadt zur Unterbringung von Zuwanderern zu Verfügung stellen. Nicht zuletzt die Gästezimmer des Bischofssitzes zu Köln dürften den Ansprüchen der Asylsuchenden genügen. Es steht ihnen allerdings nicht an, die Verwendung öffentlicher Steuermittel reklamieren. Über die Verwendung von öffentlichen Geldern entscheiden in einer Demokratie die gewählten Volksvertreter und nicht ranghohe Mitarbeiter konfessioneller Institutionen. So Leid es mir für sie persönlich tut - aber an der Schatulle des Fiskus entscheidet nicht die Kirche. Wenn sie der Ansicht nachhängen, hier würde zu wenig getan, so haben Sie als Erzbischof von Köln genügend Möglichkeiten ihren wohlmeinenden und mahnenden Worten auch entsprechende Taten folgen zu lassen. Aber - ganz unter uns - Glockenbimmeln ist billiger als die Verköstigung von Asylsuchenden aus dem eigenen Geldbeutel. Und viel medienwirksamer !

Heute sollen die Kirchenglocken für diese Menschen läuten. Läuten sie auch die Glocken für die Menschen, die täglich auf den Strassen den zum Teil massiven Anfeindungen der Migranten ausgesetzt sind? Läuten Sie auch die Glocken für die Leute, denen osteuropäische Räuberbanden die Wohnung ausrauben? Läuten Sie auch die Glocken für arabische Großfamilien, die den Drogenhandel und die Strassenprostitution mit Schußwaffen unter ihre Kontrolle gebracht haben? Läuten Sie auch die Glocken für die Koranverteiler in den Fußgängerzonen, die offen für ein Vernichten des christlichen Glaubens eintreten? Läuten Sie auch die Glocken für beschmierten Kirchen und bedrohten Christen in Gegenden wie Duisburg-Marxloh oder Essen-Altenessen? Da hätte ich mal deutliche Worte und Gesten von ihnen erwartet. Aber dadurch kommt man eben nicht in die Zeitung. Und wenn, dann nicht in der gewünschten Form.

Ich verstehe ihre Haltung leider nur aus einer einzigen Sichtweise. Nachdem in den letzten Jahren durch die Medien eine geradezu furchtbare kirchenfeindliche Welle geschwappt ist, sucht man auch in Kreisen des Erzbistums Köln nach Möglichkeiten sich eine gute Publicity zu verschaffen. Wer nach den Skandalen um pädophile Priester, opulente Bischofssitze und undurchsichtigem Finanzgebaren jahrelang durch die Medien getrieben wurde, wie die sprichwörtliche Sau durchs Dorf, der greift natürlich die Chance auf - politisch korrekt und medienwirksam - seine Glocken zu läuten. Das Sie dadurch die Kirche vielen Bürgern in diesem Lande weiter entfremden, mögen sie als unbedeutenden Kollateralschaden abtun. Diesen besorgten Gläubigen haben sie allerdings durch ihr Verhalten und ihre Worte offen ins Gesicht geschlagen.

Es mag ihre Ansicht sein, das die katholische Kirche nur der christlichen Lehre und Jesus Christus verpflichtet ist und nicht den Besorgnissen der einfachen Menschen Rechnung tragen muss. Dann braucht sich die Kirche aber nicht zu wundern, wenn ihr diese Menschen wegbleiben. In einem Lande in dem der wöchentliche Besuch eines katholischen Gotteshauses nicht mehr die Regel ist, in dem die Befolgung der Fastenzeit die Ausnahme und die Feiertage zu bloßen Konsumtagen verkümmern, sollte sich die Kirche im ureigenen Interesse allerdings nicht durch welt- und lebensfremde Verhaltensweise den Gläubigen entziehen. Statt einer schleichenden Unterwanderung nichtchristlicher Volksstämme das Wort zu reden und dadurch jenen in den Rücken zu fallen, die für die Christianisierung des Abendlandes den Märtyrertot fanden, stünde es der katholischen Kirche besser an, sich als Speerspitze der Gläubigen gegen die unbegrenzte Zuwanderung zu positionieren.
Aber ganz ehrlich : Dazu gehört - wie man bei uns im Ruhrgebiet sagt "Arsch in der Hose". Mir sind die Worte eines Bischof Dyba noch im Ohr, der sein "Credo,Credo,Credo" mit der Macht seiner Persönlichkeit über den Kirchentag zu Fulda schallen ließ. Dieser Mann hatte nicht nur das Feuer der Überzeugung im Herzen, sondern auch Standfestigkeit, Persönlichkeit und Charisma - und die Kirchen voller Gläubiger. Das kann nicht jeder Bischof von sich sagen - leider. 

Eine Kirche, die den Sorgen der einfachen Bevölkerung nicht Rechnung trägt und ein Bischof, der in naiver Unkenntnis der täglichen Probleme auf den Straßen unseres Landes mit scheinbar abgehobener Frömmigkeit begegnet, wird sich fragen lassen müssen, ob in einem Lande in dem sich immer weniger Menschen zum christlichen Glauben bekennen, die politische Sonderstellung der Kirche noch zeitgemäß ist. Steuerbefreiung, Kirchensteuereinzug und konfessionelle Bildungsstätten müssten dann logischerweise auch auf den Prüfstand gesellschaftlicher Akzeptanz. Die Frage, ob die neue Mehrheit unserer immer mehr entchristianisierten Gesellschaft wirklich noch bereit ist, die anachronistischen Überbleibsel der Geschichte wirtschafts- und sozialpolitisch zu dulden, könnte sich zum politischen Todesstoß für die katholische Kirche entwickeln. Ich warne hier aus brennender Sorge. Sie werden heute die Glocken bimmeln lassen - das lässt sich schon organisatorisch jetzt nicht mehr aufhalten. Aber es werden viele Menschen in diesem Lande aufmerksam zuhören, zu welchen Anlässen sie dieses noch tun werden und wann sie es unterlassen. Wer am Glockenseil ziehen kann, zieht noch lange nicht die Fäden - und wer meint, für alles offen sein zu müssen, der kann nicht ganz dicht sein.

Mit herzlichen Grüßen

Torsten Cornelius

Samstag, 6. Juni 2015

G7 - oder die heile Welt der Angela M.

Deutschland im Jahre 2015 -  Straßen mit Schlaglöchern, steigende Kriminalität, alte Menschen mit kleiner Rente sammeln Pfandflaschen, vor den Arbeitsämtern tummeln sich Horden von Erwerbslosen, die Kriminalität steigt ! - In ganz Deutschland ? Nein, im malerischen Garmisch gibt es einen Fleck auf der Landkarte der Bundesrepublik, da sind die Straßen sauber, die Sicherheitslage einmalig gut und selbst nicht im Betrieb befindlichen Bahnhöfe wurden im Eiltempo auf Vordermann gewienert. Der Grund ? Frau Merkel möchte bei G7-Gipfel den angereisten Staatschefs mal zeigen, wie es in Deutschland angeblich aussieht (oder besser aussehen sollte).

So ein Verhalten hat in der Politik lange Tradition. Schon Fürst Potemkin zeigte seiner Katharina von Rußland die neubesiedelten Provinzen als Musterländer, in dem er eine Schauspielertruppe mit Kulissen immer dorthin verfrachtete, wo seine Landesherrin gerade durchfuhr. Deshalb nennt man so ein Schauspiel ohne Wert auch ein Potemkinsches Dorf. Selbst der letzte rote Landesfürst der DDR - Erich Honecker - pflegte sich und seine Gäste nur auf vorbereiteten Strecken durch sein Land zu führen und Straßen zu benutzen, bei denen die Hauswände in Sichtbereich des Herrschers sauber saniert worden waren. Wie es wirklich aussieht, das hat weder den Erich noch seine Gäste interessiert. Man macht sich halt die Welt, wie es einem gefällt.

Überhaupt G7 - was soll dieser Mini-Gipfel denn bringen. Wie will man über Weltwirtschaft sprechen ohne die Chinesen am Tisch zu haben? Wie will man über Frieden in der Welt sprechen ohne Russland mit ins Boot zu holen? Wie kann man über Umweltschutz sprechen ohne Brasilien?
Das geht nicht - da kommt nichts bei heraus. Und das ist ja auch nicht der Sinn dieses geschätzten 200-Mio-€-Events der Bundeskanzlerin. Man macht sich auf Kosten der Steuerzahler ein paar schöne Tage, abgeschieden von der Realität, lässt von den Mitarbeitern schon im Vorfeld die am Ende verlesenen Bla-Bla-Erklärungen abtippen und schützt sich während dieser politischen Tupperparty durch eine Armee von 20.000 Polizisten. Wann will halt mal dem Nachbarn zeigen, was man so hat und dann holt man eben auch das gute Geschirr aus dem Schrank. Das ist weniger das Verhalten einer "schwäbischen Hausfrau" - das ist mehr der Auftritt der "Tante in der Ostzone wenn Westbesuch kommt". Ein weiteres Trauerspiel einer abgehobenenpolitischen Komödiantentruppe ohne Bezug zum Volk.

Denn das Volk (der eigentliche Souverän) muss brav draussen bleiben. Demonstrationen wurden rigoros verboten, unbotmäßige Ortspolitiker mit Drohungen und Geldgeschenken auf Linie gebracht und die unentwegten Spinner linker Gewaltdemonstranten durch geschickte Logistik in die Wüste verfrachtet. Und falls doch einer mal einen kritischen Ton durch ein Megaphon in Richtung des Merkelschens Paradieses auf Zeit plärren sollte, so stehen genügend Wasserwerfer, Hubschrauber und 17 Richter im Wechselschichtdienst zur Verfügung um jede Form von Protest zu atomisieren. den einzigen Vorteil den das Volk aus diesem Gipfel ziehen wird, ist die im Vorfeld der Veranstaltung gründlich geprüfte Kanalisation und das doppelte Abwassersystem, welches extra für den Gipfel gelegt wurde. Wäre ja auch schlimm, wenn nicht alles getan würde, damit vielleicht Herr Junker oder Herr Cameron beim Stuhlgang die Spülung versagen würde. In seiner Akribie in kurzer Zeit mit hohem Aufwand ein Stück heile, sichere, schöne Welt zu konstruieren, kann allerdings der G7-Gipfel eine Vorbildfunktion haben. Abgesandte aus Nordkorea können daraus für den nächsten Urlaub von Kim-Yong-Un ihre Lehren ziehen. So macht man so etwas !

Aber eines zeigen die Bemühungen und der Aufwand der Merkel-Regierung der Welt schon jetzt. Will man in Deutschland ein Gipfeltreffen arrangieren, so bedarf es horrender Mittel und tausender von Polizisten um ein paar Quadratkilometer in vorzeigbaren Zustand zu versetzen. Ein Faktum, das den Verantwortlichen eigentlich die Schamesröte ins Gesicht treiben müsste. Aber diese Leute schämen sich nicht. Unsere wohlversorgte und abgeschirmte Polit-Elite hat weder genug Saft um noch rot anzulaufen, geschweige denn genügend Rückgrat um für die Verhältnisse in diesem Lande gerade zu stehen. Von Charakter oder Gewissen wollen wir im Angesicht dieser Menschen erst besser garnicht reden.

Wenn Frau Merkel und ihre Kollegen nun im malerischen Bayern ihre Party feiern und glauben, das Volk würde ihnen ihre Show noch abkaufen, so irren sie sich. Mielke und Honecker glaubten auch, das da Volk sie liebt und das es in der ganzen DDR so aussieht, wie in Wandlitz. Die französichen Könige hielten auch Versailles für Frankreich. Gönnen wir Frau Merkel und Herrn Juncker ihr aufgeblasenes Candlelight-Dinner. Die Geschichte zeigt uns, wenn die Herrschenden sich ihre eigene Realität bauen und vor ihrem eigenen Volk in Sicherheit gebracht werden müssen, ist bald das Ende in Sicht. Und das sollte uns doch die 200 Millionen € wert sein.

Donnerstag, 28. Mai 2015

Homo-Ehe ? Wozu denn ?

Als erstes möchte ich mich mal outen. Für alle die es noch nicht wissen : Ich bin hetero-sexuell veranlagt. Ja, ich gebe zu, das ich Frauen auf den Hintern sehe, gelegentlich mal zotige Witze reisse und im Urlaub selten ein Barmädchen stehen lasse. HURRA - ich habe mich geoutet !

Wen interessiert das eigentlich ? - Vermutlich keinen. Die einen Menschen kennen mich, den anderen ist es scheißegal. Und genauso scheißegal ist es mir, was und mit wem es mein Postbote, mein Zahnarzt oder mein Bundestagsabgeordneter im Bett, im Schlafzimmer oder auf der Küchenzeile treibt (solange es nicht meine Küchenzeile ist). Wie jemand im Bett zum Höhepunkt kommt, der nicht der eigene Partner beim Geschlechtsverkehr ist, kümmert wirklich niemand. Schwul sein und sich outen - das ist heute so normal als wenn jemand die Mitgliedschaft im ADAC zugibt. Zur Kenntnis nehmen, abnicken und weiter. Sehr zum Leidwesen derjenigen, die ihr "Ich bin schwul" mit dem gleichen falschen Stolz durch die Gegend geblasen haben, wie manche, die auf etwas stolz sind, für das sie nichts können und das nicht mit eigener Leistung oder Überzeugung begründet ist. Ich habe eher den Eindruck gewonnen, das manche Schwulen/Lesben es geradezu genießen sich zu outen. Nicht zur sexuellen Befreiung - Nee, als Salbe auf ihre Profilneurose. Homophile Menschen hat es immer schon gegeben (Julius Cäsar, James Dean, Mae West und Millionen mehr). Das permanente Vorantragen der sexuellen Ausrichtung allerdings, dient mehr zum bewußten Provozieren, als zur gesellschaftlichen Akzeptanz.

Nun gehen Verbände der Schwulen und Lesben für eine Homo-Ehe auf die Barrikaden. Die Republik Irland hat es ja vorgemacht. Ob ein Land, in dem das Alkoholisieren von Minderjährigen gestattet ist, die praktizierte Frühverheiratung mit 16 Jahren weit verbreitet ist und in dem bis vor wenigen Jahren Scheidungen verboten waren, heute als unser leuchtendes Vorbild an Liberalismus gelten kann, sei mal dahingestellt. Man muß nicht jeden Schwachsinn vom Ausland nachmachen. Wir sind ja kein Volk von Kopierern (auch wenn der Herr zu Guttenberg das anders sehen mag).

In einer Zeit in der die meisten Menschen ohne Trauschein zusammenleben, in der Scheidungen keine Seltenheit sind und in der Patchwork-Familien in jeden großen Mietshaus wohnen, sollte man lieber die Frage stellen, warum EHE überhaupt? Als Versorgungseinrichtung im Todesfalle ? Als steuerbegünstigte Lebensform ? Als schwer zu lösende Zwangsgemeinschaft zur Aufrechterhaltung gescheiterter Beziehungen ? Dafür ist die seit Jahrtausenden praktizierte Einrichtung Ehe eigentlich zu schade. Ehe sollte die erklärte Lebensform von Mann und Frau sein, mit dem Ziel eine Familie zu gründen. Das ist eigentlich auch der Sinn einer Ehe. Das nun Homosexuelle von der Natur eben nicht die Möglichkeit zur Zeugung neuen Lebens haben, mag manche bedauern, ist aber weder durch Gesetze noch durch Volksabstimmung oder Demonstrationen zu ändern. Da hat die Natur, da hat Gott eben das letzte Wort! Die Familie als erklärte Keimzelle eines Volkes ist eben nun mal nicht mit zwei Männern oder zwei Frauen auf biologischem Wege zu erreichen. Damit müssen sich die Schwulen und Lesben abfinden - da endet die Macht des Menschen.

Aber wenn wir schon einmal dabei sind. Mich fragte gerade eine junge Dame aus Hamburg "soll ich andere Rechte haben, weil ich liebe?" - Das ist eine gute Frage. Nein, soll sie natürlich nicht. Aber bietet denn die Partnerschaft Frau/Frau oder Mann/Mann für die Gesellschaft die gleiche Basis wie die Verbindung Frau/Mann ? Nein ! Wenn wir das Ziel einer Ehe in der Familie sehen, so kann keine gleichgeschlechtliche Partnerschaft die Forderung erfüllen. Und daraus ergibt sich auch zwingend eine andere juristische Würdigung.

Aber was ist denn eigentlich mit den anderen sexuellen oder religiösen Minderheiten ? Was ist, wenn ich als bekennender Sadist zur Auslebung meiner Phantasien für öffentliche Auspeitschung von Frauen plädiere? Oder als Sodomist für die Ehe mit meinem Lieblingsschaf eintrete ? Dürfen Mormonen dann in Deutschland auch die Vielehe fordern ? Oder Päderasten die Verbindung mit Minderjährigen einklagen? Solange niemand durch das Ausleben meiner Phantasien belästigt oder geschädigt wird, darf ich tun, was uns/mir Freunde macht. Aber dafür auch noch den gesetzlichen Ritterschlag zu verlangen ist eine blanke Unverschämheit und widerspricht der Bibel, dem Grundgesetz und dem gesunden Menschenverstand. Wer für alles offen sein will, kann eben nicht ganz dicht sein.

Dienstag, 19. Mai 2015

GDL-Streik die 9. - Grube´s Unvollendete

BAM ! - da war sie wieder, die Keule der GDL. Onkel Weselsky schwingt den Streik-Hammer und die Medien landauf-landab haben ihn schon wieder als den Buhmann der Nation ins Visier des besorgnistragenden Mitbürgers gerückt. Die Bahn streikt also ab heute wieder (im Güterverkehr) und ab morgen auch im Personenverkehr. Sorgenfaltengefurchte Vorstandsmitglieder des größten deutschen Bahnunternehmens Deutsche Bahn AG jammern daraufhin schon tränenerstickt in die Kameras. Und - natürlich, wie könnte es anders sein - wird ein völlig verständnisloser Bahnkunde interviewt. Das hatten wir schon 8mal, das kennen wir, das brauchen wir eigentlich nicht mehr.
Das die GDL zum Streik aufruft, ist nichts Neues.

Neu ist aber die Qualität des Streiks. Wenn der Verhandlungspartner auf Arbeitgeberseite sich querlegt und alle Register der Blockadepolitik zieht, dann legt die GDL eben auch nach. Und Streik ist ein legitimes Mittel des Arbeitskampfes in der Demokratie. Claus Weselsky hat das verstanden und er handelt gesetzeskonform, verfassungsgerecht und angemessen. Ein Arbeitskampf ist kein Austauschen gegenseitiger Beweihräucherungen und ein Streik kein Wattebauschwerfen. Wer in andere Länder sieht, wird festestellen, das die deutsche Demokratie in Sachen "Arbeitskampf" noch ein ganz harmloses Pflaster ist. In anderen Ländern sehen Streiks deutliche massiver aus und die Bandagen, mit denen dort gekämpft wird, sind härter !

Warum wirkt aber gerade Claus Weselsky so provokant ? Das ist eine Frage der Sichtweise. In Zeiten, in denen sich die Kanzlerin ungestraft von Verbündeten abhören lässt und nicht die politischen Konsequenzen zieht, in denen sich Behörden und Ämter durch massenhaften Rechtsbruch in der Asylfrage in moralischen Zugzwang setzen lassen, in der Minister bedarfsgerecht in die Kamera lügen und in der politische Führungspersönlichkeiten vor Urkundenfälschungen nicht zurückschrecken, da muß ein gradliniger Querkopf wie Claus Weselsky natürlich wie eine Perle zwischen Spaghettis wirken. Claus Weselsky mag vielen Leuten unbequem erscheinen - er ist es sogar ! Aber genau das ist es, was ihn ausmacht. Er ist nicht der Kandidat für die Herzbärchi-Show, nicht der "Bätscheler", der Röschen an frischfrisierte Dumpfbacken verteilt und gewiss kein Mann, der seinen Charakter für Begriffe wie "political correctness" auf dem Altar des Mainstream opfert. Er steht für Werte, die ihm wichtig sind : die Verfassung, die Demokratie und die gewerkschaftliche Arbeit. Und das ist auch gut so. Was Claus Weselsky tut, macht er aus tiefer innerer Überzeugung. Und das ist es, was vielen Leuten in diesem Lande Angst macht. Da gibt es einen, den man nicht einschüchtern oder kaufen kann. 

Viele Menschen stöhnen über Werteverfall, politische Beliebigkeit und Auflösung der Arbeitswelt. Die GDL und ihre Mitglieder stehen mit ihrem Vorsitzenden genau dafür ein, das es bei der Bahn eben nicht zum Lohndumping, Outsourcing oder dem Ausverkauf ihrer Interessen kommt. Und das ist nicht nur ihr gutes Recht, sondern sogar ihre Pflicht. Einerseits über Zustände schimpfen und auf der anderen Seite über die Bahner jammern - das geht nicht. Hier zeigt eine Organisation, hier zeigt ein Mensch, das es auch anders geht. Wer auf seinem verbrieften Recht besteht, tut kein Unrecht.

Wenn die Bahnen nun wieder stehen bleiben, so liegt es nicht an der GDL. Die Gewerkschaft kann nicht anders handeln, wenn sie glaubwürdig und erfolgreich sein will. Der Bahnkunde, der nun nicht an sein Ziel kommt, sucht in Claus Weselsky den falschen Schuldigen. Die Verursacher dieses Streiks sitzen in der Führungsetage der Deutschen Bahn AG. Es wäre ein Leichtes für den Inhaber des Unternehmens (die Regierung) dem Kunden den Streik zu ersparen und die Annahme der Forderungen der GDL endlich zu veranlassen. Das wäre dann mal kundenfreundlich ! Der Versuch, die GDL und ihren Vorsitzenden marode zu machen, die Gewerkschaft zu zerschlagen (wie es Frau Nahles ja möchte) oder den Kunden gegen die Bahner aufzuwiegeln ist an der Hartnäckigkeit eines Claus Weselskys gescheitert. Und dieser gescheiterte Versuch war dann der Unvollendete von Herrn Grube !