Sonntag, 18. September 2016

Berliner Heiß-Luft - Zur Wahl 2016

So ist es immer nach Wahlen. Wenn die Wahllokale geschlossen sind, bemüßigen sich die politischen Abteilungen des Staatsfernsehens dem Wähler nicht nur über die Ergebnisse in Kenntnis zu setzen, sondern auch dem dusseligen Wahlvolk die Ergebnisse zu erklären. Als könne man nicht selber sehen, das die eine Partei einen auf den Sack bekommen hat und die andere Partei sich eben in unverhohlener Schadenfreude darüber kringelt, das der politische Gegner auch Feder hat lassen müssen. Nein, solche Wahlnachlesen haben immer nur Sieger !

Nee, heute eben nicht ! Nachdem die ersten Hochrechnungen über die Sender gekommen waren, sah man einen Herrn Tauber von der CDU, der sichtlich um Worte und mit seinen Tränen ringen mußte. Das Debakel der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus bei dem die große, mächtige Volkspartei CDU mit ihrer alternativlosen Ewig-Kanzlerin Merkel an der Spitze es noch mit Mühe, Not und Mobilisierung aller Wähler, die auch nur noch grenzdebil und fußlahm einen Kugelschreiber halten können, es geschafft hatte das schlechteste Ergebnis seit Bestehen der Berliner CDU einzufahren, war einfach auch mit noch so geschliffenen Worten dem Fernsehzuschauer im Lande nicht mehr schönzureden. Das die CDU - die jahrelang mit Leuten wie Richard von Weizsäcker den regierenden Bürgermeister stellte, gerade einmal 18 % der Wähler von sich überzeugen konnte (inklusive derjenigen, die schon immer CDU wählten und diese selbst ankreuzen würden, wenn Ernie&Bert, Conchita Wurst oder Hape Kerkeling als Spitzenkandidaten aufgestellt würden), zeigt die desolate Lage in der sich die ehemalige Volkspartei heute befindet. An den blassen Gesichtern selbst eingefleischter Merkel-Liebhaber kann man erkennen, das die zeit der Dame abgelaufen ist. Peter Altmeyer wird wohl bald versuchen als Lobbyist der Molkerei Müller den Butterberg zu verkaufen und Peter Tauber hat sicher schon Carsten Maschmeyer gefragt, ob er nicht einen versierten Aktentaschenträger sucht. Heute verteidigt man noch halbherzig die Kanzlerin, aber man bereitet sich schon auf die Nach-Merkel-Ära vor. Anders sind die nur noch halbherzig vorgetragenen Statements nicht zu erklären.

Auf der anderen Seite (oder in der Berliner GroKo auf der selben Seite) steht die SPD. Berlin war jahrelang eine Hochburg der Sozialdemokraten und Berlin war einst das Sprungbrett für den Kanzler Willy Brandt. Jetzt dümpelt die Partei dank nibelungenhafter Treue zur Bundes-CDU und der charismatischen Erscheinung des Spitzenkandidaten Müller bei 23 % vor sich hin. Ok - Müller ist als Politiker so interessant, wie ein Kassenprüfer der Ortskrankenkasse, aber etwas mehr hätte er schon auf Grund der Stammwählerschaft seiner spezialdemokratischen Filz-Partei schon auf die Kette kriegen müssen. War aber nix - die alten Arbeiter mit SPD-Parteibuch und "mit uns zieht die neue Zeit" auf den Lippen haben sich langsam aber sicher im Rahmen der, auch von der SPD mitgetragenen, Globalisierung ins Prekariat, in den Ruhestand oder auf den Friedhof verabschiedet. Neue Wählerschichten konnte weder der dicke Siggi noch sonst ein Sozi angraben. Auch sind Sprüche wie die des ehemaligen SPD-Vorsitzenden Müntefering "Mit 600 € Rente ist man nicht arm" nicht gerade dazu angehalten, den Bürger auf der Straße zum SPD-Wähler zu machen.

Die Linken und die Grünen sind heilfroh darüber, das sie sich halbwegs auf ihren Positionen halten konnten - was allerdings in der speziellen Berliner Wahlsituation auch zu erwarten war. Dort laufen - wie selbst Berliner offen zugeben - genug Verrückte rum. Das die Grünen auf Landesebene überall im Bausch und Bogen rausfliegen oder auf Splitterniveau eingedampft werden (außer in BaWü, wo der Kretschmann eigentlich wirkt, wie der geläuterte Polit-Enkel von Hans Filbinger) sollte ihnen zwischen Jutesack und Vollwertmüsli eigentlich zu denken geben. Tut es aber nicht - denn dazu müssten sich die Grüngestrichenen von ihrer Besserwisser-Mentalität verabschieden. Die Linken haben traditionell in Berlin einen eher guten Stand, da sitzen aus alten Zeiten noch genug Profiteure der ehemaligen DDR herum, die auch früher nicht für Bananen anstehen mussten und den Wartburg nach 3 Jahren vor der Tür hatten. Die Alten Aktivisten diskutieren immer noch im Hinterzimmer des Eckcafés über die Weltrevolution, Karl Marx, die Rosa Luxemburg  und den bösen Kapitalismus - neuerdings bereichert um die Themen Blasenschwäche und Überwintern in Thailand. Rosa Luxemburg war übrigens die erste Frau, die als Nichtschwimmerin durch den Landwehr-Kanal zu schwimmen versuchte und dann 1919 einen Preis im Dauer-Abtauchen gewann.

Kommen wir nun zum eigentlichen Sieger des Abends : Die AfD ! Aus dem Stand auf 13,5 % ! Ohne bekannten Spitzenkandidaten, ohne aufwändigen Wahlkampf, ohne Gro0kundgebung, entgegen dem Widerstand der gesamten Springer-Presse und den Mitte-Links-Medien, gegen den Widerstand der etablierten Parteien und fast sämtlicher Kulturschaffender. Der "Spiel nicht mit den Schmuddelkindern"- Wahlkampf aller Parteien zielte darauf ab, die AfD aus dem Abgeordnetenhaus zu halten und den Trend im Volke, sich endlich durch die AfD ein Sprachrohr zu verschaffen, umzukehren. Das ging in die Hose ! Die AfD ist drin - und mit 13,5 % aus dem Stand sogar für Berliner Verhältnisse sehr gut drin. Zwar hatte sich das ZDF - als Merkels Haussender - noch zu der Formulierung verstiegen, das nur Parteien im Bundestag an der Elefantenrunde im TV teilnehmen dürfen (um so die AfD aus dem Blick des Wählers zu halten), aber die gesamte Diskussion drehte sich um das Abscheiden der AfD und die nun zu ziehenden Konsequenzen für die Regierung. So kann man wirken ohne dabei zu sein - ein Faszinosum, welches die AfD exclusiv für sich beanspruchen kann.

Allerdings kam bei der TV-Diskussion wieder nur heiße Luft und gegenseitige Schuldzuweisungen heraus. Statt sich mal konsquent um die Belange des Bürgers zu kümmern, haben die Merkelschen Einheitsparteien nicht anderes zu tun, als ihre Kanzlerin halbwegs und halbherzig aus der Schußlinie zu nehmen und die schmalbrüstige Opposition erging sich in beruhigendem Seufzen, wenigsten nicht Schuld daran zu sein.

Nach Mecklenburg-Vorpommern und Berlin weht nun ein frischer Wind durch die Parlamente. Dagegen haben die Altparteien nur noch heiße Luft zu setzen. Die Mitglieder der GroKo pfeifen schon aus dem letzten Loch und der alten Kanzlerin scheint gänzlich die Luft ausgegangen zu sein. Die alternativlose Uckermärkerin hat es nicht für nötig gehalten, ihrem undankbaren Wahlvolk auch nur ein Wort der Erklärung zu gönnen. Oder vielleicht hat sie endlich eingesehen, das ihr Volk nicht mehr darauf erpicht ist, ihr weltfreundliches Gesicht zu sehen und hat das Land, "das dann nicht mehr ihr Land ist" längst verlassen. Vielleicht nach Chile ? Da soll ein Haus mit Garten günstig zu vermieten sein. Dort kann sie dann tränengeblendet ihre Memoiren schreiben - so als eine Art politischer Scarlett O`Hara - "Vom Winde verweht"

Freitag, 16. September 2016

Der Bautz´ner - extra scharf !

Nun ist es passiert, was aufmerksame Mitbürger schon vor einem Jahr prognostizierten und hinter der Hand manche Menschen sogar seit Köln mit Spannung erwartet haben. Ein Zusammenstoß zwischen aufsässigen Migranten und örtlichen "Rechten". Im schönen Bautzen (Westdeutschen mit Geschichtswissen bekannt durch das bekannte DDR-Gefängnis) und im allgemeinen eine sehr schöne mittelgroße Stadt in Sachsen knallte es. Natürlich druckten die sattsam bekannten Medien sofort "Rechtsradikale greifen Asylsuchende an" (oder ähnlich) und suhlten sich schon im Mitleid für die armen Opfer rechter Gewaltexzesse. Tja - da hätte man besser den Polizeibericht abgewartet, in dem der örtliche Polizeichef verkündete, daß die Gewalt von den Migranten - in der Mehrzahl sogenannte unbegleitete minderjährige Einwanderer - ausging, und die Gewaltspirale bei einer bisher nicht erklärbaren Schnittwunde am Arm eines Asylberwerbers gipfelte. Es wurden ein paar Flaschen auf die Polizei geworfen - und zwar von den Migranten; es wurden Holzknüppel verwendet - und zwar von den Migranten; es gab bereits im Vorfeld massive verhaltensauffällige Störungen - und zwar von den Migranten. Oh je - das ist im Licht der Fakten gesehen natürlich ein Tritt in die Weichteile der gutmenschlichen Begrüßungsklatscher.

Verzweifelt sucht man nun nach Erklärungen, ob nicht doch vielleicht der geklaute Kakao vom Vortag oder die zu minzige Zahnpasta im Übergangsheim diesen traurigen Vorfall doch noch auf Fehlverhalten von Einheiminschen abwälzen lässt. Nur da greift diesmal die Pickzange der Moralapostel mit Vehemenz ins Leere. Wo nix ist, lässt sich auch mit rosaroter Brille und von ganz linken Ufer aus, aus den Aggressoren mit Migartionshintergrund kein armes Opfer stilisieren. Die unbegleiteten Jugendlichen aus Nordafrika (vorwiegend aus dem Neckermann-Urlaubsparadies Marokko) haben es mit dem "sich wohlfühlen wie zu Hause" und den daraus erwachsenden kulturellen Spannungen eben so weit übertrieben, das selbst den bekannt gemütlichen Sachsen die Kaffeetasse aus der Hand gefallen ist und man sich zur Gegenwehr genötigt sah. Da half auch kein Streetworker (neudeutsch für Sabbel-Pädagoge im Straßeneinsatz) und keine wohlgemeinte Stuhlkreisdiskussion mit anschließendem kollektiven Haferkeks-Verzehr.

Es wurde den Sachsen sprichwörtlich zu bunt in Bautzen und so eskalierte die Situation. Ob und wie da nun jurisische Nachforschungen auf Notwehr, Nothilfe, Körperverletzung oder Landfriedensbruch erkennen, vermag ich von hieraus nicht zu sagen. Wichtig scheint mir aber das Zeichen, das normale Anwohner, Steuerzahler, Familienväter, Nachtschwärmer, Frühaufsteher und Passanten nicht weggeschaut haben, sondern sich selber in die Waagschale der Ereignisse geworfen haben. Für die Bibelfesten verweise ich auf Hiob 38:11 : Bis hierher sollt ihr kommen, aber nicht weiter !

Es tut aber kein Wunder, daß nun in Kreisen der Buntgermanen, Teddywerfer und Migranten-Tanzmariechen das große Heulen losgeht. Es ist noch nicht einmal, das man vielleicht mit den Migranten, die in handfester Manier von den eher geduldigen Sachsen eins "auf die Fresse" bekommen haben, besonderes Mitleid hat. Nein, das Wutgeheul der linken Szene und ihrer gutmenschlichen Bahnhofsklatscher hat tiefere Ursachen.

Stellten sich diese Menschen doch letztes Jahr auf die Bahnhöfe und warfen mit Süßkram, Teddybären und allerlei schönen Dingen umsich. Umkränzt von Gleichgesinnten und von den Medien bejubelt, durfte jeder sich als der "gute Deutsche" fühlen, der Herz zeigt und zum Teilen bereit ist. Jeder sollte und musste sehen, wie gutherzig, tolerant, weltoffen der Mensch doch war. Noch schnell ein Selfie mit dem Flüchtling aus Somalia oder Pakistan auf Facebook gepostet und der eigene Anspruch, besser zu sein als alle Generationen vor uns und menschlicher zu sein als Mutter Teresa konnte der ganzen Welt - und dem eigenen Bekanntenkreis - genüßlich aufs Auge gedrückt werden. Man sonnte sich wochenlang in dem Gefühl zur Schau getragener Heiligkeit, als hätte man das Märtyrertum Jesu Christi persönlich durch zwei Tüten Gummibären und einem Plüschhasen auf sein Haupt geladen. Seht her : ICH BIN GUT ! - diese Aufschrift wurde dann auch schnell mit "refugee welcome"-Button in die Öffentlichkeit getragen, wie früher mein Urgroßvater das vor Verdun 1916 erworbene EK I. Und wehe, einer sagte mal einen kritischen Ton dazu ! Da konnte man ohne große Argumentation locker die Nazikeule schwingen, denn man hatte seine eigene Seligsprechung ja manifestiert.

Nun kommen Vorfälle wie Köln und zuletzt eben Bautzen ins Spiel. Da wird aus dem, sich in seiner eigenen Güte suhlenden, Mitmensch eben nicht mehr "der Heilige", sondern "der Idiot" . Hat man gestern noch jedem übers Maul fahren können, der kritische Töne anschlug, so muß man sich heute entschuldigen für das Verhalten derjenigen Zuwanderer, die das Gastrecht missbrauchen und ein fast barbarisches Verhalten an den Tag legen. Man steht vor Freunden und Kollegen da, wie ein Dorfdepp dem der Gürtel auf dem Marktplatz gerissen ist. Die Situation ist vergleichbar mit einem Mittvierziger, der in eigener Überschätzung mit einer Zwanzigjährigen anbandelt, von dieser wie ein Trottel durch Diskotheken und Clubs geschleift wird und der nach baldigem Beziehungende nicht nur seiner eigenen Grenzen bewußt wird, sondern sich auch noch für sein Verhalten schämen kann. Vom "tollen Hecht" und "Ich-kanns-noch-Macho" zum belächelten Volkstrottel in 3,5 Sekunden. Das tut weh !

Natürlich tut es weh sich seine eigene Blödheit einzugestehen. Und deshalb winden sich Asylbefürworter, überzeugte Gutmenschen und nach immer neuen Erklärungen suchende Politiker auch noch eine zeitlang, bis sie einsehen - ja von den Fakten her sogar einsehen müssen - wir haben einfach Scheiße gemacht. Das wird noch etwas dauern. Aber die Erkenntnis kommt ! Besonders lustig finde ich in de Zusammenhang, das gerade eine Stadt in den "neuen Bundesländern" der Ort dieses Ereignisses ist. Vielleicht liegt es daran, daß nach DDR-System, Wendezeit und Ankommen in der "BRD" die Menschen dort ein besonderes Gespür für Mißstände entwickelt haben und spätestens 1989 erkannt haben, daß keine staatliche Autorität in der Lage ist, den Zorn des Volkes gegen diese Mißstände dauerhaft zu unterbinden. Ob sich nun die Staatsmacht auf die Partei oder die Bildzeitung stützt, ob der alternativlose Herrscher Merkel oder Krenz heißt - wenn es ihm nicht passt, da ist der Sachse auch mal ungemütlich. Oder wie der Bautz´ner Senf eben - heute mal "extra scharf" !

Der Bautz´ner - extra scharf !

Nun ist es passiert, was aufmerksame Mitbürger schon vor einem Jahr prognostizierten und hinter der Hand manche Menschen sogar seit Köln mit Spannung erwartet haben. Ein Zusammenstoß zwischen aufsässigen Migranten und örtlichen "Rechten". Im schönen Bautzen (Westdeutschen mit Geschichtswissen bekannt durch das bekannte DDR-Gefängnis) und im allgemeinen eine sehr schöne mittelgroße Stadt in Sachsen knallte es. Natürlich druckten die sattsam bekannten Medien sofort "Rechtsradikale greifen Asylsuchende an" (oder ähnlich) und suhlten sich schon im Mitleid für die armen Opfer rechter Gewaltexzesse. Tja - da hätte man besser den Polizeibericht abgewartet, in dem der örtliche Polizeichef verkündete, daß die Gewalt von den Migranten - in der Mehrzahl sogenannte unbegleitete minderjährige Einwanderer - ausging, und die Gewaltspirale bei einer bisher nicht erklärbaren Schnittwunde am Arm eines Asylberwerbers gipfelte. Es wurden ein paar Flaschen auf die Polizei geworfen - und zwar von den Migranten; es wurden Holzknüppel verwendet - und zwar von den Migranten; es gab bereits im Vorfeld massive verhaltensauffällige Störungen - und zwar von den Migranten. Oh je - das ist im Licht der Fakten gesehen natürlich ein Tritt in die Weichteile der gutmenschlichen Begrüßungsklatscher.

Verzweifelt sucht man nun nach Erklärungen, ob nicht doch vielleicht der geklaute Kakao vom Vortag oder die zu minzige Zahnpasta im Übergangsheim diesen traurigen Vorfall doch noch auf Fehlverhalten von Einheiminschen abwälzen lässt. Nur da greift diesmal die Pickzange der Moralapostel mit Vehemenz ins Leere. Wo nix ist, lässt sich auch mit rosaroter Brille und von ganz linken Ufer aus, aus den Aggressoren mit Migartionshintergrund kein armes Opfer stilisieren. Die unbegleiteten Jugendlichen aus Nordafrika (vorwiegend aus dem Neckermann-Urlaubsparadies Marokko) haben es mit dem "sich wohlfühlen wie zu Hause" und den daraus erwachsenden kulturellen Spannungen eben so weit übertrieben, das selbst den bekannt gemütlichen Sachsen die Kaffeetasse aus der Hand gefallen ist und man sich zur Gegenwehr genötigt sah. Da half auch kein Streetworker (neudeutsch für Sabbel-Pädagoge im Straßeneinsatz) und keine wohlgemeinte Stuhlkreisdiskussion mit anschließendem kollektiven Haferkeks-Verzehr.

Es wurde den Sachsen sprichwörtlich zu bunt in Bautzen und so eskalierte die Situation. Ob und wie da nun jurisische Nachforschungen auf Notwehr, Nothilfe, Körperverletzung oder Landfriedensbruch erkennen, vermag ich von hieraus nicht zu sagen. Wichtig scheint mir aber das Zeichen, das normale Anwohner, Steuerzahler, Familienväter, Nachtschwärmer, Frühaufsteher und Passanten nicht weggeschaut haben, sondern sich selber in die Waagschale der Ereignisse geworfen haben. Für die Bibelfesten verweise ich auf Hiob 38:11 : Bis hierher sollt ihr kommen, aber nicht weiter !

Es tut aber kein Wunder, daß nun in Kreisen der Buntgermanen, Teddywerfer und Migranten-Tanzmariechen das große Heulen losgeht. Es ist noch nicht einmal, das man vielleicht mit den Migranten, die in handfester Manier von den eher geduldigen Sachsen eins "auf die Fresse" bekommen haben, besonderes Mitleid hat. Nein, das Wutgeheul der linken Szene und ihrer gutmenschlichen Bahnhofsklatscher hat tiefere Ursachen.

Stellten sich diese Menschen doch letztes Jahr auf die Bahnhöfe und warfen mit Süßkram, Teddybären und allerlei schönen Dingen umsich. Umkränzt von Gleichgesinnten und von den Medien bejubelt, durfte jeder sich als der "gute Deutsche" fühlen, der Herz zeigt und zum Teilen bereit ist. Jeder sollte und musste sehen, wie gutherzig, tolerant, weltoffen der Mensch doch war. Noch schnell ein Selfie mit dem Flüchtling aus Somalia oder Pakistan auf Facebook gepostet und der eigene Anspruch, besser zu sein als alle Generationen vor uns und menschlicher zu sein als Mutter Teresa konnte der ganzen Welt - und dem eigenen Bekanntenkreis - genüßlich aufs Auge gedrückt werden. Man sonnte sich wochenlang in dem Gefühl zur Schau getragener Heiligkeit, als hätte man das Märtyrertum Jesu Christi persönlich durch zwei Tüten Gummibären und einem Plüschhasen auf sein Haupt geladen. Seht her : ICH BIN GUT ! - diese Aufschrift wurde dann auch schnell mit "refugee welcome"-Button in die Öffentlichkeit getragen, wie früher mein Urgroßvater das vor Verdun 1916 erworbene EK I. Und wehe, einer sagte mal einen kritischen Ton dazu ! Da konnte man ohne große Argumentation locker die Nazikeule schwingen, denn man hatte seine eigene Seligsprechung ja manifestiert.

Nun kommen Vorfälle wie Köln und zuletzt eben Bautzen ins Spiel. Da wird aus dem, sich in seiner eigenen Güte suhlenden, Mitmensch eben nicht mehr "der Heilige", sondern "der Idiot" . Hat man gestern noch jedem übers Maul fahren können, der kritische Töne anschlug, so muß man sich heute entschuldigen für das Verhalten derjenigen Zuwanderer, die das Gastrecht missbrauchen und ein fast barbarisches Verhalten an den Tag legen. Man steht vor Freunden und Kollegen da, wie ein Dorfdepp dem der Gürtel auf dem Marktplatz gerissen ist. Die Situation ist vergleichbar mit einem Mittvierziger, der in eigener Überschätzung mit einer Zwanzigjährigen anbandelt, von dieser wie ein Trottel durch Diskotheken und Clubs geschleift wird und der nach baldigem Beziehungende nicht nur seiner eigenen Grenzen bewußt wird, sondern sich auch noch für sein Verhalten schämen kann. Vom "tollen Hecht" und "Ich-kanns-noch-Macho" zum belächelten Volkstrottel in 3,5 Sekunden. Das tut weh !

Natürlich tut es weh sich seine eigene Blödheit einzugestehen. Und deshalb winden sich Asylbefürworter, überzeugte Gutmenschen und nach immer neuen Erklärungen suchende Politiker auch noch eine zeitlang, bis sie einsehen - ja von den Fakten her sogar einsehen müssen - wir haben einfach Scheiße gemacht. Das wird noch etwas dauern. Aber die Erkenntnis kommt ! Besonders lustig finde ich in de Zusammenhang, das gerade eine Stadt in den "neuen Bundesländern" der Ort dieses Ereignisses ist. Vielleicht liegt es daran, daß nach DDR-System, Wendezeit und Ankommen in der "BRD" die Menschen dort ein besonderes Gespür für Mißstände entwickelt haben und spätestens 1989 erkannt haben, daß keine staatliche Autorität in der Lage ist, den Zorn des Volkes gegen diese Mißstände dauerhaft zu unterbinden. Ob sich nun die Staatsmacht auf die Partei oder die Bildzeitung stützt, ob der alternativlose Herrscher Merkel oder Krenz heißt - wenn es ihm nicht passt, da ist der Sachse auch mal ungemütlich. Oder wie der Bautz´ner Senf eben - heute mal "extra scharf" !

Sonntag, 4. September 2016

Im Nordosten geht die Sonne auf !

Ich konnte es kaum fassen, obwohl ich es durchaus erwartet hatte - die AfD wurde in MV die zweitstärkste Fraktion. Die Grünen haben den Wiedereinzug ins Parlament versemmelt und auch die Drei-Punkt-Partei F.D.P. machte ihrem Spitznamen mit knapp 3 % alle Ehre. Das Parlament als gemütlicher Altparteien-Debattierclub mit Selbstbedienungsmentalität hat ausgedient. Es weht ein neuer frischer, aber auch scharfer Wind durch die Reihen der Angeschnarchten.

Am Lustigsten finde ich immer, wenn dann nach der ersten Hochrechnung die Vertreter der CDU und SPD dem Wähler erklären wollen, daß der Verlust von mehreren Prozent immer noch ein Sieg ist. Statt sich hinzustellen und zu erklären, daß man nun die Quittung für seine miserable Politik bekommen hat und man traurig ist, sich nicht mehr so fett an den Fleischtöpfen bedienen zu können, erklärt man dann dem fragenden Journalisten lieber, daß das Wetter und die Wahlbeteiligung Schuld wären. Auch bemerkt man dann, daß die andere Volkspartei ja viel mehr Prozente verloren hat oder das je eigentlich die Koalition immer noch regierungsfähig ist. Das diese Koalition vorher 65 % hatte und nun noch knapp 49 % und das sie nur desshalb regierungsfähig bleibt, weil zwei Parteien aus dem Parlament geflogen sind, verrechnet man mal eben zum Plebeszit der Zustimmung. Und dann wundern sich die Schönredner, wenn die Politikverdrossenheit zunimmt ? Ich nicht.

Gestern jedenfalls konnte man ob der 21 % für die AfD das Ergebnis nicht zum besten Wahlausgang seit 1871 schönquatschen. Rot, Schwarz und vorallem Grün haben die volle Breitseite des Wählerunmutes abbekommen und trotz teils subversieven teils brachialen Medienbashing gegen die AfD war der Wähler bereit, meiner PArtei das Vertrauen zu schenken. Auch der vielgehörte Hinweis, die Wähler wären nur "Protestwähler" zählt nicht. Mein Onkel Otto (erzkatholisch)  hat in den 1970er Jahren aus Protest auch mal die SPD gewählt, weil er sich von der CDU verarscht vorkam - und Schmitt wurde doch glatt Kanzler ! Eine Partei eben nicht mehr zu wählen, ist auch immer eine Form des Protestes in einer parlamentarischen Demokratie (Und für viele Wähler sogar die einzige Form). Auch der Hinweis, die AfD sei lediglich ein Sammelbecken der "dummen Rechten" ist nach der Analyse der Wähler eindeutig widerlegt. Die größte Wählergruppe waren ehemalige Nichtwähler, die wohl endlich wieder eine politische Heimat gefunden haben und ehemalige CDU-Wähler, die von der CDU sich nicht mehr vertreten fühlten. Die nächste große Wählergruppe sind ehemalige SPDler. Also zu behaupten, die AfD wären die "bösen Rechten" ist schlichtweg falsch, eher zeigt die Mobilisierung von Nichtwählern und die recht bunte Herkunft der Wähler, daß die AfD auf dem Wege ist eine neue Volkspartei zu werden. Einen Anspruch den bisher für sich die CDU und die SPD vereinahmt hatten. Aber die SPD kann bundesweit auch nicht mehr viele Erfolge verbuchen und dümpelt nach Umfragen bei 22 % (ich kann mich mal an über 43 % erinnern). Die CDU - einst sogar Garant für bundesweite absolute Mehrheiten (unter Adenauer) lässt die Sektkorken knallen und kann selbst in der Heimat der großen Willkommenskanzlerin nur noch 19 % überzeugen.

Statt selber die Wähler von ihrer Politik zu überzeugen, ergehen sich lieber die düpierten Altparteien in der Forderung, die AfD solle doch mal selber mit Konzepten an die Regierung gehen, weigern sich aber konsequent die Sachvorträge der AfD zur Kenntnis zu nehmen. Und das nun die Schönwetter-Willkommens-Einheits-Großkoalition endlich eine echte Opposition vor der Nase hat, scheint für manche Politiker der SPD und CDU eine persönliche Kränkung zu sein. Früher war es so, das die Parteien um Vertrauen beim Volk warben - heute scheint es so zu sein, daß das Volk das Vertrauen der Regierung verloren hat. Schon Brecht meinte, dann solle sich die Regierung eben ein anderes Volk wählen.

Die Wahl in MV ist gelaufen! Für uns ein Erfolg - für die CDU als Kanzlerpartei ein Desaster. Da hilft kein Schönreden mehr. Aber der Sieger ist nicht die nur AfD, sondern die Demokratie und das Volk.

In diesem Sinne koche ich mir jetzt einen besonders schönen Kaffee

Mittwoch, 20. Juli 2016

Respekt , Recep Tayyip Erdogan ! - Offener Brief an den türkischen Staatspräsidenten

Sehr geehrter Herr Staatspräsident Erdogan,

in unseren Medien und durch unsere Politiker erfahren Sie zur Zeit eine Menge Kritik. Diese Kritik  sollte Sie jedoch nicht stören. Der einzig maßgebliche Aspekt ihrer Politik sollte das türkische Volk sein und dieses Volk bezeugt ihnen mehr als einmal öffentlich seine volle Unterstützung. Ich kann nur sagen : Meinen Respekt ! Auch wenn ich in vielen Teilen ihren Zielen nicht folge, so möchte ich ihnen an dieser Stelle doch einmal Applaus spenden. Sie schaffen das, was vielen unserer Politiker gänzlich unmöglich ist und sie begeistern Massen, was unseren Politikern nur sehr selten gelingen dürfte.

Das es nun von Seiten der Politiker und besonders von der EU Schelte hagelt, müssen Sie bitte verstehen. Wenn man selber nichts politisch bewegen kann, wenn man seine Macht eher dem Parteien-Proporz oder geschönten Lebensläufen verdankt, so muß ein Mann wie Sie natürlich Angst machen. Wer seine politische Karriere durch Herumeiern, Lügen und Verdrängen aufbaut, der fürchtet zu Recht einen Mann wie Sie. Denn was haben Sie bisher alles bewirkt ?

- Sie haben die Presse und die Medienlandschaft auf das reduziert, was sie eigentlich sein sollte. Ein Berichterstatter ! Durch ihr beherztes Eingreifen in einen ausufernden Medienapparat haben Sie es geschafft, der Manipulation der Bevölkerung durch Rundfunk, Fernsehen und Zeitungen einen Riegel vorzuschieben. Gratulation - das müsste hier auch mal jemand machen !
- Sie haben den Justiz-Apparat durch gezielte Entlassungen von Altlasten befreit. Richter und Staatsanwälte, die auf Kuschelkurs zu Staats- und Volksfeinden eingestellt waren, können nun im Park spazieren gehen und sich ein neues Betätigungsfeld als Sozialarbeiter suchen. Kriminellen aller Art (auch politischen!) wird nun endlich in den Sack getreten. Hut ab - solch eine Frischzellenkur wünschen sich hier viele auch.
- Sie haben durch das Entlassen von zahlreichen Lehrern das Bildungssystem entrümpelt. Vielleicht können jetzt die türkischen Kinder nicht mehr lernen, wie man seinen Namen tanzt oder das Schwulsein schön ist, aber sie lernen wieder ordentlich lesen, schreiben und rechnen. Und Studenten lernen wieder für Wissenschaft und Forschung und nicht für Demonstrationen.
- Sie haben dem türkischen Volk seinen Nationalstolz restauriert. Nachdem man Jahrzehnte lang von verschiedenen Organisationen und Staaten wie ein lästiger Bittsteller abgefertig worden ist, haben sie durch geschickte Verhandlungen die Türkei in eine vorteilhafte Machtposition gerückt. Sie haben nach anfänglichen Querelen den Ausgleich mit Rußland auf den Weg gebracht, die türkische Wirtschaft saniert und die Währung stabilisiert. Das muß ihnen erst mal einer nachmachen !
(Den kurzfristigen Einbruch in der Tourismus-Branche haben sie in zwei Jahren wieder raus, wetten?)
- Politiker, die sich nicht mehr dem Volk und dem Staats verpflichtet fühlten, haben sie die Stühle vor die Tür gestellt - da würden bei uns auch viele arbeitslos werden !

Das einem Mann wie Ihnen, Herr Erdogan, in wenigen Monaten das gelingt, was hier viele Politikern in Jahren nicht möglich ist, macht unseren Medien und unseren Politikern einfach Angst.
Der Bürger in diesem Lande könnte sich fragen, ob uns ein deutscher Erdogan nicht auch gut tun würde. Es ist meines Erachtens nach der reine Neid, der aus den Mündern unserer Politiker spricht.

Unsere Politiker bejammern nach Terroranschlägen, daß der Terrorist erschossen wurde. Unsere Lehrer bringen den Kindern Töpfern und Sexualpraktiken bei. Unsere Polizei muß sich von Kriminellen und Unruhestiftern anpöbeln lassen. Unsere Politiker fälschen ihre Diplome und Lebensläufe um das Volk zu verarschen. Unser Militär ist auf das Niveau eines Dritt-Welt-Staates zusammengespart worden. Unsere Politik wird von einem Haufen Bürokraten in Brüssel bestimmt. Unsere Kanzlerin scheint sichtbar nicht am Wohle unseres Volkes interessiert zu sein. Und unsere Jugend jagt auf den Straßen virtuelle Pokemon-Monster, anstatt sich um ihr Land zu kümmern. Das ist in der Türkei heute anders.

Wenn man ein Land steuern will, so darf man eben nicht 100 Leute an das Ruder lassen, den Kurs von der Tagespresse je nach Gefühlslage des Journalisten korrigieren lassen und nicht auf die Befindlichkeiten jeder Randgruppe reagieren, sondern muß selber das Steuerrad fest in der Hand halten. Und  - Hut ab ! - das haben sie. Nichts ist eben erfolgreicher als der Erfolg.

In der Geschichte hat es viele Männer wie Sie gegeben. Napoleon, Bismarck und de Gaulle zum Beispiel. Sie waren zu ihrer Zeit nicht unumstritten. Sie wurden gehaßt, verleumdet und angegriffen. Und doch stehen sie heute in den Geschichtsbüchern als die größen Söhne ihres Volkes und auf vielen Plätzen sind ihre Denkmäler zu finden. In der heutigen Zeit der weltweiten Umbrüche und des allgemeinen Werteverfalls sind solche Männer wieder gefragt. Putin in Rußland, Duterte auf den Philippinen und vielleicht bald Trump in den USA. Lassen Sie Männer wie Schulz und Juncker ruhig meckern. Lassen sie schlechte Dichter böse Gedichte hinschmieren - das kann sie in ihrer Position doch nicht wirklich kümmern. Halten sie es wie einst Kardinal Mazarin, der sagte "Solange sie ihre Steuern zahlen, laßt sie Spottlieder singen". Und denken Sie sich einfach lächelnd : "wie froh wären eure Völker, wenn sie einen wie mich hätten !"

In diesem Sinne !


Montag, 20. Juni 2016

Opa auf die Anklagebank ?

Wenn ich heute in die Zeitung schaue, dann muß ich immer wieder lesen "95jähriger Wachsoldat verurteilt", "Kriegsverbrecher vor Gericht", "5 Jahre für Haft für Greis" und ich muß lesen, daß es Gruppen in diesem Lande gibt, die dieser Form von Justiz noch etwas Positives abgewinnen können.
Ich kann nur den Kopf schütteln. Mich machen solche Urteile wütend. Und ich will gerne erklären, warum das so ist.

Ich bin ja nun sehr lange bei meinen Großeltern aufgewachsen und ich habe meinen Großvater als einen gütigen, freundlichen und sehr lieben Menschen kennengelernt. Auch komme ich gerade mit älteren Mitbürgern im täglichen Umgang sehr gut zurecht und so manche Weisheit, die mir im Leben weiter geholfen hat, habe ich von Menschen gelernt, die eben der Generation der Weltkriegsteilnehmer angehören. Respekt vor dem Alter und Achtung vor der Lebensleistung dieser Menschen halte ich für dringend nötig. Diese Menschen haben ihre Jugend geopfert und in einem langen und entbehrungsreichen Leben diesem Land zu Wohlstand, Sicherheit und Ansehen gebracht.
Viele Menschen dieser Generation haben schwere Verwundungen an Leib und Seele erfahren, ihr Hab und Gut verloren und einige sogar die Gesundheit und Gliedmaßen eingebüßt. Was diese Menschen in ihrem Leben geleistet haben, können nur wenige der jüngeren Generation erahnen.
Da wäre es angemessen, ehrfürchtig die Mütze zu ziehen !

Nun kommen die Besserwisser, hauptberuflichen Gutmenschen und Geschichtsklitterer zu Einsatz.
Diesen Menschen, die überwiegend selber niemals das Ehrenkleid des Soldaten getragen haben und denen Gehorsam, Pflichterfüllung und Disziplin so fremd ist, wie einem Laubfrosch die Quatenmechanik und zerren die Angehörigen der Kriegsteilnehmergeneration wegen des Befolgens von Befehlen auf die Anklagebänke der Gerichte. Einem 94jährigem Greis, der im Kriege als Gefreiter in einer Wachmannschaft Dienst getan hat, heute vorzuwerfen, nicht aktiv den Märtyrer-Tod durch Widerstand geleistet zu haben, ist bar jeglicher Lebenswirklichkeit. Eine Wahl hatte der Mann damals nicht, er erhielt Befehle und führte sie aus. Das ist Bestandteil des Soldatentums und wird heute noch in allen Ländern der Welt praktiziert, die noch eine Armee haben. In den Foren des Internet jubeln die sattsam bekannten Umweltfreunde, Vaterlandshasser und Linkslastigen wegen der angeblich späten Gerechtigkeit, wissend um die Tatsache, daß dieses alte Mann weder die Taten noch für die Folgen jemals wirklich verantwortlich war. Da prügelt man die kleinsten Knechte, weil die hohen Herren nicht greifbar sind. Lächerlich !

Wenn ich so in die heutige Jugend schaue, dann habe ich keinen Zweifel daran, daß einige Angehörige späterer Generationen das Urteil als gerecht empfinden. Während mein Großvater noch stolz war, als Jagdflieger gegen England gekämpft zu haben und mein Großonkel sein vor Smolensk erworbenes "Deutsches Kreuz in Gold" polierte, halten sich die jungen Leute ja schon für todesmutig, wenn sie mal ohne Helm mit dem Fahrrad zum Supermarkt fahren. Während meine Großmutter im Krieg als Wehrmachtshelferin LKWs unter Feindbeschuß nach Frankreich überführt hat, glauben heute Studenden etwas Positives für ihre Heimat zu tun, wenn die den Müll sortieren. Wenn mein betagter Nachbar mir heute von seinem, von Granatsplittern abgerissenen, Unterschenkel erzählt, jammert sein Urenkel über seine furchtbare Laktose-Intoleranz. Heute zählt man zu den Helden, wenn fehlerfrei eine App aufs Handy laden kann oder man in der Lage ist, den Tod des Goldhamsters ohne die Hilfe eines Psychologen zu überleben. Unsere Jugend ist (zu großen Teil) ein Haufen verzärtelter Weicheier, besserwisserischer Heulsusen und ignoranter Schwächlinge. Das diesen Menschen die kriegsbedingten Handlungen ihrer Urgroßväter nicht verständlich sind, erschließt sich mir da schon. Nur dann sollten sie mit Urteilen jeglicher Art sehr sparsam sein. Wenn mein Großvater zu Lebzeiten auf Fliegertreffen auf ehemalige Angehörige der RAF (Royal Air Force - nicht diese Terroristenbande des Andreas Baader) oder der Armee de l`Air traf, warfen sich die ehemaligen Kriegsgegner ihre "Taten" nicht vor, sondern sahen sich als Kameraden "mit der anderen Feldpostnummer" und zollten sich gegenseitig den höchsten Respekt. Das ist übrigens bei Marineangehörigen nicht anders.

Ich habe viele Länder der Welt bereist. In jedem Lande (und sei es weltpolitisch noch so unbedeutend) steht ein Denkmal für die Helden des Befreiungskrieges, der Revolution oder der Unabhängigkeit (je nachdem, was in dem Land passiert ist). In unserem Lande ist es Mode geworden, der jüngeren Generation zu erzählen, ihre Großväter seien Mörder und Verbrecher gewesen. Dafür sollten sich die Verantwortlichen schämen. Kein Baum gedeiht, wenn seine Wurzeln verachtet ! Diese Form der Selbstkasteiung begann einst unter der Federführung des damaligen hessischen Generalstaatsanwaltes Fritz Bauer und nahm seinen traurigen Höhepunkt unter Willy Brandt. Beides Männer, die für ihren Hang zu alkoholischen Genußmitteln bekannt waren und sich selber dem Dienst für das Vaterland durch Flucht in Ausland entzogen. Es scheint einleuchtend, daß diese Leute die eigene Feigheit mit allen Mitteln als Heldentat zu bemänteln versuchten und in logischer Konsequenz die Männern, die ihre Pflicht getan haben, dazu mit Dreck bewarfen. Pfui !

Ich erwarte nicht von den Angehörigen der jüngeren Generation, daß sie ihre Großeltern verstehen. Dazu müßten sie deren Leiden und Erlebnisse nachvollziehen können, was nur selten gelingen kann. Ich erwarte aber - und ich sage : zu Recht ! - das man der Generation der Kriegsteilnehmer heute nicht mit den abstrusen Rechtsvorstellungen einer moralisch aufgeweichten 68er-Bewegung versucht den Prozeß zu machen. Das haben unsere Vorfahren nicht verdient. Man macht sich eben nicht heute besser, in dem man die Menschen von früher schlechter macht. Greise wegen angeblicher Mittäterschaft vor die Schranken der Gerichte zu zerren und zu Haftstrafen zu verurteilen, die niemals angetreten werden können, ist kein probates Mittel, die eigene Unzulänglichkeit zu verstecken.

Freitag, 10. Juni 2016

Der Ball eiert ! - Gedanken zur Fußball-EM in Frankreich

Ich gebe es ja offen zu und meine guten Bekannten wissen es längst - mit Fußball habe ich nicht viel im Sinn. Nicht nur, das ich als Jugendlicher immer einen Bogen um diese Sportart gemacht habe, zu der ich absolut kein Talent habe - nein, selbst als bekennender Couch-Potato sehe ich mir lieber "Das Traumschiff" oder "Das Haus am Eaton Place" an, als das ich meine Zeit mit der Betrachtung verschwitzter Männerleiber verbringe. Fußball ist wirklich nicht meine Welt. Aber das muß jeder für sich entscheiden.

Nun ist es wieder so weit. In Ermangelung anachronistischer Schießkriege in Europa hat man für den Otto-Normal-Biertrinker eben sportliche Events in Farbe auf die Mattscheibe gebracht. Musste man früher noch im Schützengraben und mit Bajonett ausfechten, wer auf dem Kontinent die dicksten Eier hatte, reicht heute das vielbeachtete Nachlaufen hinter einer Lederkugel. Das spart Menschenleben, schont Staatskassen und ist - im Gegensatz zu kriegerischen Handlungen - gesellschaftlich akzeptiert.
Die Berichte mancher Mitmenschen über das Miterleben klassischer Endspiele (....damals 74 mit Breitner und Beckenbauer. Da war ich dabei) erinnert mich immer in Sprache und Duktus an die oft erzählte Geschichte von Großonkel Wilhelm, wie er im Februar 45 im Anmarsch auf Budapest das Ritterkreuz bekommen hat. Nun ja - jede Generation hat ihre Helden.

Eines ist aber ganz anders als früher. Kämpften früher wirklich noch die besten Spieler eines Landes gegen die besten Spieler eines anderen Landes um Ehre und Ruhm fürs Vaterland, so erinnert mich die jetzige Aufstellung eher an einen gutbezahlten Legionärskader einer Premium-Mannschaft. Die Jungs von Bern 1954 waren gute Spieler - und alles Deutsche. Sie sangen die Nationalhymne, hatten unsere Nationalfarben auf der Brust und kämpften (für kleines Geld) für die Ehre ihrer Nation (was nur 9 Jahre nach Kriegsende bestimmt nicht einfach war). Sie gelten heute zu Recht als die "Helden von Bern". 1974 in München kämpften Leute wie Sepp Maier, Franz Beckenbauer und Paul Breitner als deutsche Nationalmannschaft spannend bis zur letzten Minute für den Sieg. Sie wurden dadurch zu Legenden. 1990 holte dann der "Kaiser" Franz Beckenbauer als Teamchef (da er keine Trainer-Lizenz besaß) mit Leuten wie Brehme und Klinsmann erneut den Titel. Diese Leute, deren Namen selbst ich kenne, wurden auf dem Spielfeld zu Symbolen ihres Vaterlandes. Zu Vorbildern der Jugend und zu beliebten Panini-Sammelbildern.

Heute dagegen hat die deutsche Nationalmannschaft ihren Namen in "Die Mannschaft" geändert. Auf der Brust prangt nicht mehr die Fahne unseres Vaterlandes und die Spieler sind zum großen Teil eben nur noch Leute mit deutschem Pass, die noch nicht einmal die Hymne des Landes singen können (oder wollen) zu dessen Ruhm sie angeblich angetreten sind. Klingelte bei denen morgen der Herr Blatter oder jemand anderer mit einem großen Geldkoffer aus Qatar oder Libyen, dann wären diese Leute ganz schnell Pass-Araber oder würden auch gegen entsprechende Bezahlung für Monaco, Japan oder Namibia aufs Feld rennen - neue Staatsbürgerschaft inklusive. So wie sie für einen dicken Scheck den Verein wechseln, so wechseln sie dann eben auch die Nation. Legionäre im Trikot, käufliche Bedarfspatrioten und balltretende Landknechte. Das hat mit einer Nationalmannschaft nichts mehr zu tun. Da macht man aus Erfolgsdruck aus Zuwanderern im Schnellverfahren eben Pass-Deutsche als könne man mit dem Ausstellen eines Dokumentes mal eben die ethnische Zugehörigkeit dem Personalbedarf anpassen. Das schon optisch aus 1 km erkennbar ist, daß ein Großteil "der Mannschaft" eben ihre wacklige Zugehörigkeit zu unserem Volk nur ihrer Fähigkeit zum Balltreten verdankt, ist eine schallende Ohrfeige in die Gesichter der Spieler, die in Bern, München und Rom noch wirklich für ihr Land kämpften und siegten. Pfui ! Bei Ländern wie England, Frankreich oder Spanien könnte man ja noch vermuten, Spieler aus den ehemaligen Kolonien hätten Herz und Blut fürs Mutterland entdeckt - aber bei uns ? Wir haben 1918 mit Deutsch-Ostafrika die letzte Kolonie nach langem Krieg unbesiegt (dank Lettow-Vorbeck) an die Engländer übergeben müssen.

Da mag sich ja die Presse noch so über Herrn Dr.Gauland aufregen, der angeblich sagte, das die meisten Menschen einen Mann wie Boateng (alter deutscher Familienname, was?) nicht als Nachbarn wollten. Da können sich eingefleischte Fußballgucker gerne drüber erregen - aber wenn Herr Boateng (sprich Bo-Ah-Täng) nicht die Fähigkeit besitzen würde, eine lederne Kugel in einen hölzernen Kasten zu treten, sondern vielleicht Kellner wäre oder Taxifahrer, dann würden sie ihn nicht bejubeln, sondern bestenfalls im Hausflur kurz nickend begrüßen und hinter vorgehaltener Hand Kommentare zu seiner Pigmentierung abgeben. Das sein Halbbruder Nationalspieler von Ghana ist, sei hier nur am Rande erwähnt. Ich möchte Herrn Boatengs Fähigkeiten und seine persönliche Integrität nicht in Zweifel ziehen, aber es hat schon ein "Geschmäckle" von Bedarfspatriotismus. Ich hätte gerne mal gewußt, wie 1954 reagiert worden wäre, wenn Fritz Walter für Deutschland kickt und sein Bruder Otmar mit neuem Pass für Ungarn angetreten wäre. Mögen gute Spieler aller Herren Länder sich Verträge bei Bayern München oder Borussia Dortmund holen, mögen sie Millionen scheffeln und ihr Gesicht auf jedes Produkt pappen, das ihr Konterfei entsprechend bezahlt - in der deutschen Nationalmannschaft haben sie meiner Meinung nach nichts zu suchen. 

Aber auch bei den anderen Spielern mit eindeutig deutscher Herkunft inklusive ihres Trainers scheint die Aufgabe neu definiert worden zu sein. Statt der sportliche Kampf für die Ehre des Vaterlandes, soll als Signal an die Bevölkerung eine gelungene Integration jeglicher Ethnie in unser Vaterland symbolisiert werden. Das es täglich auf den Straßen ein anderes Bild gibt, bei dem eben nicht gehätschelte Einkommensmillionäre mit gemeinsamem Hobby zusammenkommen, sondern fremde Kulturen ungebremst aufeinanderprallen, merkt jeder, der seine Augen offen gehalten hat. Das sich die Spieler und der Trainer dafür hergeben, mag politisch gewollt und korrekt sein - es ist aber nicht Aufgabe des DFB eine Nationalmannschaft zum Integrations-Anschauungs-Objekt zu erstellen. Die sollen für Deutschland Tore schießen und siegen. Nicht den Zuschauer in seiner politischen Haltung manipulieren. Aber was kann man von einem Trainer erwarten, dessen vornehmlichste Aufgabe im Marketing von Haarshampoo der preiswerten Sorte verortet werden kann? Was soll man von Spielern halten, die mit niedlich-dummen Jugendbildchen auf einer Schokolade abgebildet werden, deren Ernährungswert dank hohem Zuckergehalt beim Konsumenten die erste Speckrolle antrainiert? Hauptsache die Kasse stimmt - da macht man aus jedem einen Pass-Deutschen, schmiert sich Nivea-Gel in die Haare und futtert munter Kinderschokolade. Wenn die politische Symbolkraft "der Mannschaft" genauso glaubhaft rüberkommt, wie Jogi Löw´s Werbung für Haarpflegemittel, dann hätte man sich den Lapsus der "Umbenennung" schenken sollen. Oliver Kahn sagte mal "Fußball ist ein Männersport" und Männer wie Fritz Walter, Jürgen Sparwasser, Lothar Matthäus die rochen nicht nach Seife und mampften keine Schokolade. Die rochen nach Schweiß, Blut und Tränen. Die sangen die Nationalhymne, trugen unsere Fahne und siegten. Ich bin diesmal gespannt, wie die EM ausgeht. Für "Die Mannschaft" drücke ich nicht die Daumen und für ein Team, welches nicht unsere Farben trägt, hänge ich auch keine Fahne aus dem Fenster. Wenn sich Spieler je nach Bedarf ein neues Vaterland suchen können, so kann ich mir auch eine neue Nationalmannschaft suchen. Ich habe mir deshalb mal die Fahnen von Ungarn, Polen und Russland bereitgelegt. Nur mit den Hymnen tue ich mich noch schwer......