Sonntag, 4. September 2016

Im Nordosten geht die Sonne auf !

Ich konnte es kaum fassen, obwohl ich es durchaus erwartet hatte - die AfD wurde in MV die zweitstärkste Fraktion. Die Grünen haben den Wiedereinzug ins Parlament versemmelt und auch die Drei-Punkt-Partei F.D.P. machte ihrem Spitznamen mit knapp 3 % alle Ehre. Das Parlament als gemütlicher Altparteien-Debattierclub mit Selbstbedienungsmentalität hat ausgedient. Es weht ein neuer frischer, aber auch scharfer Wind durch die Reihen der Angeschnarchten.

Am Lustigsten finde ich immer, wenn dann nach der ersten Hochrechnung die Vertreter der CDU und SPD dem Wähler erklären wollen, daß der Verlust von mehreren Prozent immer noch ein Sieg ist. Statt sich hinzustellen und zu erklären, daß man nun die Quittung für seine miserable Politik bekommen hat und man traurig ist, sich nicht mehr so fett an den Fleischtöpfen bedienen zu können, erklärt man dann dem fragenden Journalisten lieber, daß das Wetter und die Wahlbeteiligung Schuld wären. Auch bemerkt man dann, daß die andere Volkspartei ja viel mehr Prozente verloren hat oder das je eigentlich die Koalition immer noch regierungsfähig ist. Das diese Koalition vorher 65 % hatte und nun noch knapp 49 % und das sie nur desshalb regierungsfähig bleibt, weil zwei Parteien aus dem Parlament geflogen sind, verrechnet man mal eben zum Plebeszit der Zustimmung. Und dann wundern sich die Schönredner, wenn die Politikverdrossenheit zunimmt ? Ich nicht.

Gestern jedenfalls konnte man ob der 21 % für die AfD das Ergebnis nicht zum besten Wahlausgang seit 1871 schönquatschen. Rot, Schwarz und vorallem Grün haben die volle Breitseite des Wählerunmutes abbekommen und trotz teils subversieven teils brachialen Medienbashing gegen die AfD war der Wähler bereit, meiner PArtei das Vertrauen zu schenken. Auch der vielgehörte Hinweis, die Wähler wären nur "Protestwähler" zählt nicht. Mein Onkel Otto (erzkatholisch)  hat in den 1970er Jahren aus Protest auch mal die SPD gewählt, weil er sich von der CDU verarscht vorkam - und Schmitt wurde doch glatt Kanzler ! Eine Partei eben nicht mehr zu wählen, ist auch immer eine Form des Protestes in einer parlamentarischen Demokratie (Und für viele Wähler sogar die einzige Form). Auch der Hinweis, die AfD sei lediglich ein Sammelbecken der "dummen Rechten" ist nach der Analyse der Wähler eindeutig widerlegt. Die größte Wählergruppe waren ehemalige Nichtwähler, die wohl endlich wieder eine politische Heimat gefunden haben und ehemalige CDU-Wähler, die von der CDU sich nicht mehr vertreten fühlten. Die nächste große Wählergruppe sind ehemalige SPDler. Also zu behaupten, die AfD wären die "bösen Rechten" ist schlichtweg falsch, eher zeigt die Mobilisierung von Nichtwählern und die recht bunte Herkunft der Wähler, daß die AfD auf dem Wege ist eine neue Volkspartei zu werden. Einen Anspruch den bisher für sich die CDU und die SPD vereinahmt hatten. Aber die SPD kann bundesweit auch nicht mehr viele Erfolge verbuchen und dümpelt nach Umfragen bei 22 % (ich kann mich mal an über 43 % erinnern). Die CDU - einst sogar Garant für bundesweite absolute Mehrheiten (unter Adenauer) lässt die Sektkorken knallen und kann selbst in der Heimat der großen Willkommenskanzlerin nur noch 19 % überzeugen.

Statt selber die Wähler von ihrer Politik zu überzeugen, ergehen sich lieber die düpierten Altparteien in der Forderung, die AfD solle doch mal selber mit Konzepten an die Regierung gehen, weigern sich aber konsequent die Sachvorträge der AfD zur Kenntnis zu nehmen. Und das nun die Schönwetter-Willkommens-Einheits-Großkoalition endlich eine echte Opposition vor der Nase hat, scheint für manche Politiker der SPD und CDU eine persönliche Kränkung zu sein. Früher war es so, das die Parteien um Vertrauen beim Volk warben - heute scheint es so zu sein, daß das Volk das Vertrauen der Regierung verloren hat. Schon Brecht meinte, dann solle sich die Regierung eben ein anderes Volk wählen.

Die Wahl in MV ist gelaufen! Für uns ein Erfolg - für die CDU als Kanzlerpartei ein Desaster. Da hilft kein Schönreden mehr. Aber der Sieger ist nicht die nur AfD, sondern die Demokratie und das Volk.

In diesem Sinne koche ich mir jetzt einen besonders schönen Kaffee

Mittwoch, 20. Juli 2016

Respekt , Recep Tayyip Erdogan ! - Offener Brief an den türkischen Staatspräsidenten

Sehr geehrter Herr Staatspräsident Erdogan,

in unseren Medien und durch unsere Politiker erfahren Sie zur Zeit eine Menge Kritik. Diese Kritik  sollte Sie jedoch nicht stören. Der einzig maßgebliche Aspekt ihrer Politik sollte das türkische Volk sein und dieses Volk bezeugt ihnen mehr als einmal öffentlich seine volle Unterstützung. Ich kann nur sagen : Meinen Respekt ! Auch wenn ich in vielen Teilen ihren Zielen nicht folge, so möchte ich ihnen an dieser Stelle doch einmal Applaus spenden. Sie schaffen das, was vielen unserer Politiker gänzlich unmöglich ist und sie begeistern Massen, was unseren Politikern nur sehr selten gelingen dürfte.

Das es nun von Seiten der Politiker und besonders von der EU Schelte hagelt, müssen Sie bitte verstehen. Wenn man selber nichts politisch bewegen kann, wenn man seine Macht eher dem Parteien-Proporz oder geschönten Lebensläufen verdankt, so muß ein Mann wie Sie natürlich Angst machen. Wer seine politische Karriere durch Herumeiern, Lügen und Verdrängen aufbaut, der fürchtet zu Recht einen Mann wie Sie. Denn was haben Sie bisher alles bewirkt ?

- Sie haben die Presse und die Medienlandschaft auf das reduziert, was sie eigentlich sein sollte. Ein Berichterstatter ! Durch ihr beherztes Eingreifen in einen ausufernden Medienapparat haben Sie es geschafft, der Manipulation der Bevölkerung durch Rundfunk, Fernsehen und Zeitungen einen Riegel vorzuschieben. Gratulation - das müsste hier auch mal jemand machen !
- Sie haben den Justiz-Apparat durch gezielte Entlassungen von Altlasten befreit. Richter und Staatsanwälte, die auf Kuschelkurs zu Staats- und Volksfeinden eingestellt waren, können nun im Park spazieren gehen und sich ein neues Betätigungsfeld als Sozialarbeiter suchen. Kriminellen aller Art (auch politischen!) wird nun endlich in den Sack getreten. Hut ab - solch eine Frischzellenkur wünschen sich hier viele auch.
- Sie haben durch das Entlassen von zahlreichen Lehrern das Bildungssystem entrümpelt. Vielleicht können jetzt die türkischen Kinder nicht mehr lernen, wie man seinen Namen tanzt oder das Schwulsein schön ist, aber sie lernen wieder ordentlich lesen, schreiben und rechnen. Und Studenten lernen wieder für Wissenschaft und Forschung und nicht für Demonstrationen.
- Sie haben dem türkischen Volk seinen Nationalstolz restauriert. Nachdem man Jahrzehnte lang von verschiedenen Organisationen und Staaten wie ein lästiger Bittsteller abgefertig worden ist, haben sie durch geschickte Verhandlungen die Türkei in eine vorteilhafte Machtposition gerückt. Sie haben nach anfänglichen Querelen den Ausgleich mit Rußland auf den Weg gebracht, die türkische Wirtschaft saniert und die Währung stabilisiert. Das muß ihnen erst mal einer nachmachen !
(Den kurzfristigen Einbruch in der Tourismus-Branche haben sie in zwei Jahren wieder raus, wetten?)
- Politiker, die sich nicht mehr dem Volk und dem Staats verpflichtet fühlten, haben sie die Stühle vor die Tür gestellt - da würden bei uns auch viele arbeitslos werden !

Das einem Mann wie Ihnen, Herr Erdogan, in wenigen Monaten das gelingt, was hier viele Politikern in Jahren nicht möglich ist, macht unseren Medien und unseren Politikern einfach Angst.
Der Bürger in diesem Lande könnte sich fragen, ob uns ein deutscher Erdogan nicht auch gut tun würde. Es ist meines Erachtens nach der reine Neid, der aus den Mündern unserer Politiker spricht.

Unsere Politiker bejammern nach Terroranschlägen, daß der Terrorist erschossen wurde. Unsere Lehrer bringen den Kindern Töpfern und Sexualpraktiken bei. Unsere Polizei muß sich von Kriminellen und Unruhestiftern anpöbeln lassen. Unsere Politiker fälschen ihre Diplome und Lebensläufe um das Volk zu verarschen. Unser Militär ist auf das Niveau eines Dritt-Welt-Staates zusammengespart worden. Unsere Politik wird von einem Haufen Bürokraten in Brüssel bestimmt. Unsere Kanzlerin scheint sichtbar nicht am Wohle unseres Volkes interessiert zu sein. Und unsere Jugend jagt auf den Straßen virtuelle Pokemon-Monster, anstatt sich um ihr Land zu kümmern. Das ist in der Türkei heute anders.

Wenn man ein Land steuern will, so darf man eben nicht 100 Leute an das Ruder lassen, den Kurs von der Tagespresse je nach Gefühlslage des Journalisten korrigieren lassen und nicht auf die Befindlichkeiten jeder Randgruppe reagieren, sondern muß selber das Steuerrad fest in der Hand halten. Und  - Hut ab ! - das haben sie. Nichts ist eben erfolgreicher als der Erfolg.

In der Geschichte hat es viele Männer wie Sie gegeben. Napoleon, Bismarck und de Gaulle zum Beispiel. Sie waren zu ihrer Zeit nicht unumstritten. Sie wurden gehaßt, verleumdet und angegriffen. Und doch stehen sie heute in den Geschichtsbüchern als die größen Söhne ihres Volkes und auf vielen Plätzen sind ihre Denkmäler zu finden. In der heutigen Zeit der weltweiten Umbrüche und des allgemeinen Werteverfalls sind solche Männer wieder gefragt. Putin in Rußland, Duterte auf den Philippinen und vielleicht bald Trump in den USA. Lassen Sie Männer wie Schulz und Juncker ruhig meckern. Lassen sie schlechte Dichter böse Gedichte hinschmieren - das kann sie in ihrer Position doch nicht wirklich kümmern. Halten sie es wie einst Kardinal Mazarin, der sagte "Solange sie ihre Steuern zahlen, laßt sie Spottlieder singen". Und denken Sie sich einfach lächelnd : "wie froh wären eure Völker, wenn sie einen wie mich hätten !"

In diesem Sinne !


Montag, 20. Juni 2016

Opa auf die Anklagebank ?

Wenn ich heute in die Zeitung schaue, dann muß ich immer wieder lesen "95jähriger Wachsoldat verurteilt", "Kriegsverbrecher vor Gericht", "5 Jahre für Haft für Greis" und ich muß lesen, daß es Gruppen in diesem Lande gibt, die dieser Form von Justiz noch etwas Positives abgewinnen können.
Ich kann nur den Kopf schütteln. Mich machen solche Urteile wütend. Und ich will gerne erklären, warum das so ist.

Ich bin ja nun sehr lange bei meinen Großeltern aufgewachsen und ich habe meinen Großvater als einen gütigen, freundlichen und sehr lieben Menschen kennengelernt. Auch komme ich gerade mit älteren Mitbürgern im täglichen Umgang sehr gut zurecht und so manche Weisheit, die mir im Leben weiter geholfen hat, habe ich von Menschen gelernt, die eben der Generation der Weltkriegsteilnehmer angehören. Respekt vor dem Alter und Achtung vor der Lebensleistung dieser Menschen halte ich für dringend nötig. Diese Menschen haben ihre Jugend geopfert und in einem langen und entbehrungsreichen Leben diesem Land zu Wohlstand, Sicherheit und Ansehen gebracht.
Viele Menschen dieser Generation haben schwere Verwundungen an Leib und Seele erfahren, ihr Hab und Gut verloren und einige sogar die Gesundheit und Gliedmaßen eingebüßt. Was diese Menschen in ihrem Leben geleistet haben, können nur wenige der jüngeren Generation erahnen.
Da wäre es angemessen, ehrfürchtig die Mütze zu ziehen !

Nun kommen die Besserwisser, hauptberuflichen Gutmenschen und Geschichtsklitterer zu Einsatz.
Diesen Menschen, die überwiegend selber niemals das Ehrenkleid des Soldaten getragen haben und denen Gehorsam, Pflichterfüllung und Disziplin so fremd ist, wie einem Laubfrosch die Quatenmechanik und zerren die Angehörigen der Kriegsteilnehmergeneration wegen des Befolgens von Befehlen auf die Anklagebänke der Gerichte. Einem 94jährigem Greis, der im Kriege als Gefreiter in einer Wachmannschaft Dienst getan hat, heute vorzuwerfen, nicht aktiv den Märtyrer-Tod durch Widerstand geleistet zu haben, ist bar jeglicher Lebenswirklichkeit. Eine Wahl hatte der Mann damals nicht, er erhielt Befehle und führte sie aus. Das ist Bestandteil des Soldatentums und wird heute noch in allen Ländern der Welt praktiziert, die noch eine Armee haben. In den Foren des Internet jubeln die sattsam bekannten Umweltfreunde, Vaterlandshasser und Linkslastigen wegen der angeblich späten Gerechtigkeit, wissend um die Tatsache, daß dieses alte Mann weder die Taten noch für die Folgen jemals wirklich verantwortlich war. Da prügelt man die kleinsten Knechte, weil die hohen Herren nicht greifbar sind. Lächerlich !

Wenn ich so in die heutige Jugend schaue, dann habe ich keinen Zweifel daran, daß einige Angehörige späterer Generationen das Urteil als gerecht empfinden. Während mein Großvater noch stolz war, als Jagdflieger gegen England gekämpft zu haben und mein Großonkel sein vor Smolensk erworbenes "Deutsches Kreuz in Gold" polierte, halten sich die jungen Leute ja schon für todesmutig, wenn sie mal ohne Helm mit dem Fahrrad zum Supermarkt fahren. Während meine Großmutter im Krieg als Wehrmachtshelferin LKWs unter Feindbeschuß nach Frankreich überführt hat, glauben heute Studenden etwas Positives für ihre Heimat zu tun, wenn die den Müll sortieren. Wenn mein betagter Nachbar mir heute von seinem, von Granatsplittern abgerissenen, Unterschenkel erzählt, jammert sein Urenkel über seine furchtbare Laktose-Intoleranz. Heute zählt man zu den Helden, wenn fehlerfrei eine App aufs Handy laden kann oder man in der Lage ist, den Tod des Goldhamsters ohne die Hilfe eines Psychologen zu überleben. Unsere Jugend ist (zu großen Teil) ein Haufen verzärtelter Weicheier, besserwisserischer Heulsusen und ignoranter Schwächlinge. Das diesen Menschen die kriegsbedingten Handlungen ihrer Urgroßväter nicht verständlich sind, erschließt sich mir da schon. Nur dann sollten sie mit Urteilen jeglicher Art sehr sparsam sein. Wenn mein Großvater zu Lebzeiten auf Fliegertreffen auf ehemalige Angehörige der RAF (Royal Air Force - nicht diese Terroristenbande des Andreas Baader) oder der Armee de l`Air traf, warfen sich die ehemaligen Kriegsgegner ihre "Taten" nicht vor, sondern sahen sich als Kameraden "mit der anderen Feldpostnummer" und zollten sich gegenseitig den höchsten Respekt. Das ist übrigens bei Marineangehörigen nicht anders.

Ich habe viele Länder der Welt bereist. In jedem Lande (und sei es weltpolitisch noch so unbedeutend) steht ein Denkmal für die Helden des Befreiungskrieges, der Revolution oder der Unabhängigkeit (je nachdem, was in dem Land passiert ist). In unserem Lande ist es Mode geworden, der jüngeren Generation zu erzählen, ihre Großväter seien Mörder und Verbrecher gewesen. Dafür sollten sich die Verantwortlichen schämen. Kein Baum gedeiht, wenn seine Wurzeln verachtet ! Diese Form der Selbstkasteiung begann einst unter der Federführung des damaligen hessischen Generalstaatsanwaltes Fritz Bauer und nahm seinen traurigen Höhepunkt unter Willy Brandt. Beides Männer, die für ihren Hang zu alkoholischen Genußmitteln bekannt waren und sich selber dem Dienst für das Vaterland durch Flucht in Ausland entzogen. Es scheint einleuchtend, daß diese Leute die eigene Feigheit mit allen Mitteln als Heldentat zu bemänteln versuchten und in logischer Konsequenz die Männern, die ihre Pflicht getan haben, dazu mit Dreck bewarfen. Pfui !

Ich erwarte nicht von den Angehörigen der jüngeren Generation, daß sie ihre Großeltern verstehen. Dazu müßten sie deren Leiden und Erlebnisse nachvollziehen können, was nur selten gelingen kann. Ich erwarte aber - und ich sage : zu Recht ! - das man der Generation der Kriegsteilnehmer heute nicht mit den abstrusen Rechtsvorstellungen einer moralisch aufgeweichten 68er-Bewegung versucht den Prozeß zu machen. Das haben unsere Vorfahren nicht verdient. Man macht sich eben nicht heute besser, in dem man die Menschen von früher schlechter macht. Greise wegen angeblicher Mittäterschaft vor die Schranken der Gerichte zu zerren und zu Haftstrafen zu verurteilen, die niemals angetreten werden können, ist kein probates Mittel, die eigene Unzulänglichkeit zu verstecken.

Freitag, 10. Juni 2016

Der Ball eiert ! - Gedanken zur Fußball-EM in Frankreich

Ich gebe es ja offen zu und meine guten Bekannten wissen es längst - mit Fußball habe ich nicht viel im Sinn. Nicht nur, das ich als Jugendlicher immer einen Bogen um diese Sportart gemacht habe, zu der ich absolut kein Talent habe - nein, selbst als bekennender Couch-Potato sehe ich mir lieber "Das Traumschiff" oder "Das Haus am Eaton Place" an, als das ich meine Zeit mit der Betrachtung verschwitzter Männerleiber verbringe. Fußball ist wirklich nicht meine Welt. Aber das muß jeder für sich entscheiden.

Nun ist es wieder so weit. In Ermangelung anachronistischer Schießkriege in Europa hat man für den Otto-Normal-Biertrinker eben sportliche Events in Farbe auf die Mattscheibe gebracht. Musste man früher noch im Schützengraben und mit Bajonett ausfechten, wer auf dem Kontinent die dicksten Eier hatte, reicht heute das vielbeachtete Nachlaufen hinter einer Lederkugel. Das spart Menschenleben, schont Staatskassen und ist - im Gegensatz zu kriegerischen Handlungen - gesellschaftlich akzeptiert.
Die Berichte mancher Mitmenschen über das Miterleben klassischer Endspiele (....damals 74 mit Breitner und Beckenbauer. Da war ich dabei) erinnert mich immer in Sprache und Duktus an die oft erzählte Geschichte von Großonkel Wilhelm, wie er im Februar 45 im Anmarsch auf Budapest das Ritterkreuz bekommen hat. Nun ja - jede Generation hat ihre Helden.

Eines ist aber ganz anders als früher. Kämpften früher wirklich noch die besten Spieler eines Landes gegen die besten Spieler eines anderen Landes um Ehre und Ruhm fürs Vaterland, so erinnert mich die jetzige Aufstellung eher an einen gutbezahlten Legionärskader einer Premium-Mannschaft. Die Jungs von Bern 1954 waren gute Spieler - und alles Deutsche. Sie sangen die Nationalhymne, hatten unsere Nationalfarben auf der Brust und kämpften (für kleines Geld) für die Ehre ihrer Nation (was nur 9 Jahre nach Kriegsende bestimmt nicht einfach war). Sie gelten heute zu Recht als die "Helden von Bern". 1974 in München kämpften Leute wie Sepp Maier, Franz Beckenbauer und Paul Breitner als deutsche Nationalmannschaft spannend bis zur letzten Minute für den Sieg. Sie wurden dadurch zu Legenden. 1990 holte dann der "Kaiser" Franz Beckenbauer als Teamchef (da er keine Trainer-Lizenz besaß) mit Leuten wie Brehme und Klinsmann erneut den Titel. Diese Leute, deren Namen selbst ich kenne, wurden auf dem Spielfeld zu Symbolen ihres Vaterlandes. Zu Vorbildern der Jugend und zu beliebten Panini-Sammelbildern.

Heute dagegen hat die deutsche Nationalmannschaft ihren Namen in "Die Mannschaft" geändert. Auf der Brust prangt nicht mehr die Fahne unseres Vaterlandes und die Spieler sind zum großen Teil eben nur noch Leute mit deutschem Pass, die noch nicht einmal die Hymne des Landes singen können (oder wollen) zu dessen Ruhm sie angeblich angetreten sind. Klingelte bei denen morgen der Herr Blatter oder jemand anderer mit einem großen Geldkoffer aus Qatar oder Libyen, dann wären diese Leute ganz schnell Pass-Araber oder würden auch gegen entsprechende Bezahlung für Monaco, Japan oder Namibia aufs Feld rennen - neue Staatsbürgerschaft inklusive. So wie sie für einen dicken Scheck den Verein wechseln, so wechseln sie dann eben auch die Nation. Legionäre im Trikot, käufliche Bedarfspatrioten und balltretende Landknechte. Das hat mit einer Nationalmannschaft nichts mehr zu tun. Da macht man aus Erfolgsdruck aus Zuwanderern im Schnellverfahren eben Pass-Deutsche als könne man mit dem Ausstellen eines Dokumentes mal eben die ethnische Zugehörigkeit dem Personalbedarf anpassen. Das schon optisch aus 1 km erkennbar ist, daß ein Großteil "der Mannschaft" eben ihre wacklige Zugehörigkeit zu unserem Volk nur ihrer Fähigkeit zum Balltreten verdankt, ist eine schallende Ohrfeige in die Gesichter der Spieler, die in Bern, München und Rom noch wirklich für ihr Land kämpften und siegten. Pfui ! Bei Ländern wie England, Frankreich oder Spanien könnte man ja noch vermuten, Spieler aus den ehemaligen Kolonien hätten Herz und Blut fürs Mutterland entdeckt - aber bei uns ? Wir haben 1918 mit Deutsch-Ostafrika die letzte Kolonie nach langem Krieg unbesiegt (dank Lettow-Vorbeck) an die Engländer übergeben müssen.

Da mag sich ja die Presse noch so über Herrn Dr.Gauland aufregen, der angeblich sagte, das die meisten Menschen einen Mann wie Boateng (alter deutscher Familienname, was?) nicht als Nachbarn wollten. Da können sich eingefleischte Fußballgucker gerne drüber erregen - aber wenn Herr Boateng (sprich Bo-Ah-Täng) nicht die Fähigkeit besitzen würde, eine lederne Kugel in einen hölzernen Kasten zu treten, sondern vielleicht Kellner wäre oder Taxifahrer, dann würden sie ihn nicht bejubeln, sondern bestenfalls im Hausflur kurz nickend begrüßen und hinter vorgehaltener Hand Kommentare zu seiner Pigmentierung abgeben. Das sein Halbbruder Nationalspieler von Ghana ist, sei hier nur am Rande erwähnt. Ich möchte Herrn Boatengs Fähigkeiten und seine persönliche Integrität nicht in Zweifel ziehen, aber es hat schon ein "Geschmäckle" von Bedarfspatriotismus. Ich hätte gerne mal gewußt, wie 1954 reagiert worden wäre, wenn Fritz Walter für Deutschland kickt und sein Bruder Otmar mit neuem Pass für Ungarn angetreten wäre. Mögen gute Spieler aller Herren Länder sich Verträge bei Bayern München oder Borussia Dortmund holen, mögen sie Millionen scheffeln und ihr Gesicht auf jedes Produkt pappen, das ihr Konterfei entsprechend bezahlt - in der deutschen Nationalmannschaft haben sie meiner Meinung nach nichts zu suchen. 

Aber auch bei den anderen Spielern mit eindeutig deutscher Herkunft inklusive ihres Trainers scheint die Aufgabe neu definiert worden zu sein. Statt der sportliche Kampf für die Ehre des Vaterlandes, soll als Signal an die Bevölkerung eine gelungene Integration jeglicher Ethnie in unser Vaterland symbolisiert werden. Das es täglich auf den Straßen ein anderes Bild gibt, bei dem eben nicht gehätschelte Einkommensmillionäre mit gemeinsamem Hobby zusammenkommen, sondern fremde Kulturen ungebremst aufeinanderprallen, merkt jeder, der seine Augen offen gehalten hat. Das sich die Spieler und der Trainer dafür hergeben, mag politisch gewollt und korrekt sein - es ist aber nicht Aufgabe des DFB eine Nationalmannschaft zum Integrations-Anschauungs-Objekt zu erstellen. Die sollen für Deutschland Tore schießen und siegen. Nicht den Zuschauer in seiner politischen Haltung manipulieren. Aber was kann man von einem Trainer erwarten, dessen vornehmlichste Aufgabe im Marketing von Haarshampoo der preiswerten Sorte verortet werden kann? Was soll man von Spielern halten, die mit niedlich-dummen Jugendbildchen auf einer Schokolade abgebildet werden, deren Ernährungswert dank hohem Zuckergehalt beim Konsumenten die erste Speckrolle antrainiert? Hauptsache die Kasse stimmt - da macht man aus jedem einen Pass-Deutschen, schmiert sich Nivea-Gel in die Haare und futtert munter Kinderschokolade. Wenn die politische Symbolkraft "der Mannschaft" genauso glaubhaft rüberkommt, wie Jogi Löw´s Werbung für Haarpflegemittel, dann hätte man sich den Lapsus der "Umbenennung" schenken sollen. Oliver Kahn sagte mal "Fußball ist ein Männersport" und Männer wie Fritz Walter, Jürgen Sparwasser, Lothar Matthäus die rochen nicht nach Seife und mampften keine Schokolade. Die rochen nach Schweiß, Blut und Tränen. Die sangen die Nationalhymne, trugen unsere Fahne und siegten. Ich bin diesmal gespannt, wie die EM ausgeht. Für "Die Mannschaft" drücke ich nicht die Daumen und für ein Team, welches nicht unsere Farben trägt, hänge ich auch keine Fahne aus dem Fenster. Wenn sich Spieler je nach Bedarf ein neues Vaterland suchen können, so kann ich mir auch eine neue Nationalmannschaft suchen. Ich habe mir deshalb mal die Fahnen von Ungarn, Polen und Russland bereitgelegt. Nur mit den Hymnen tue ich mich noch schwer......  



Sonntag, 22. Mai 2016

Tu felix austria - du glückliches Österreich

Das war ja mal richtig spannend. Nachdem erst der ORF 50,2 zu 49,8 % meldete und zeitweise der Alt-Grüne van der Bellen sogar mal vorne lag, ist jetzt das Wahlergebnis ex Briefwahlstimmen des Innenministeriums durch : 51,9 % für meinen Wunsch-Kandidaten Ing.Norbert Hofer ! Die Briefwahlstimmen können maximal 0,7 % der Stimmen ausmachen - Hofer kann also als gewählt angesehen werden. GOTT SEI DANK

Nicht nur das unser Nachbarland Österreich nun einen Präsidenten bekommt, der sich mit aller Kraft für die Belange seines Volkes einsetzen wird (pfui - ein Populist !) - nein - durch diese Wahl konnte in die Verkrustung des jahrelang gepflegten Parteifilzes mit der Kultur-Bourgeoise endlich eine Schneise der Vernunft, der Realpolitik und der Österreich-Zuerst-Linie geschlagen werden. Da können abgetakelte Schauspielerinnen von der telemedialen Resterampe noch so zum Wahlbetrug aufrufen, da können selbsternannte Kultur-Päpste noch so lamentieren und willfährige Journalisten des Staatsfernsehens noch so die Wahlergebnisse im linken Sinne umdeuten - am Votum des Wählers kommt auch in der Alpenrepublik niemand vorbei. Das daraus allerdings die Angst der Herrschenden vor direkter Demokratie mit Wahlen zunimmt, darf niemanden wundern. In letzter Zeit hat der "mündige Bürger" jede Gelegenheit wahrgenommen, den Altpartei-Vertretern bei Wahlen mit Schmackes vor den Koffer zu scheißen. Sei es bei Landtagswahlen, sei es in Volksabstimmungen - seit der französichen Revolution hat es selten in Europa Momente gegeben, wo den Herrschenden klar werden mußte, daß man dauerhaft nicht am Volk vorbeiregieren kann und das man an Wahlurnen nicht nur ein Kopfnicken der Zustimmung bekommen kann, sondern auch einen Denkzettel.

Als nächstes steht nun das Votum der Briten zum Austritt aus der EU auf dem Programm und panisch agierende Politiker, die sonst eher durch Einschlafen im Parlament auffallen und nur wach werden, wenn die Diäten erhöht werden, besinnen sich plötzlich darauf dem dummen Bürger, die Vorzüge dieser Totgeburt einer politischen Chimäre näher zu bringen. Bevor dem durchaus nicht so dummen Bürger die angeblichen Vorteile einer EU-Mitgliedschaft erklärt werden können, würde sich eher lohnen, in eine ägyptische Mumie noch einen Herzschrittmacher einzupflanzen. Das lohnt nicht mehr - der Zug ist abgefahren. Die Briten kappen den EU-Wahn im Westen und im Osten und Südosten zementieren sich eurokritische Regierungen in Polen, Ungarn, Tschechien, der Slowakei und nun Österreich.

Und in Deutschland ? Da hat sich die alte Frau im Kanzleramt gut eingerichtet. Eine Opposition im klassischen Sinne ist nicht mehr vorhanden, ein Gegenkandidat nicht in Sicht und der Bürger hat eigentlich nur die Wahl zu entscheiden, welche Kleinpartei an der Seite der Raute des Grauens zur politischen Marginalie eingedampft wird. Demokratie sieht anders aus. Da tut es gut zu wissen, das in katholischen Österreich die Uhren etwas anders gehen, als in der protestantischen Merkel/Gauck-Republik. Wenn das Volk es will , ist die Politik nicht ohne Alternativen.

Ich freue mich für die FPÖ und besonders für den sympathischen Norbert Hofer und wüsche ihm Fortune, Weitblick und Stärke. Für die Demokratie in Österreich, in Deutschland und in Europa ist dieser Mann ein echter Gewinn. Tu felix austria - Du glückliches Österreich !



Sonntag, 24. April 2016

Er gehört zu uns ? Oder über den Fehler der Integration

Man erlebt es täglich in der Bekanntschaft, in der Firma oder in der Nachbarschaft : Migranten tauchen auf. Sehen wir mal nicht auf den Fall der nun hier erschienenen, zum Teil illegalen, Wandervögel vom Balkan oder den Hobby-Seeleuten von Lampedusa. Diese Völker, so wir sie nicht von Merkel´s Türsteher Erdogan entsorgen lassen oder in Flüctlingsbaracken entlagern, bis sie frustriert die Heimreise antreten, will ich hier garnicht betrachten. Ich meine die Zuwanderer in zweiter oder dritter Generation, wie sie ja (leider) zum Straßenbild unseres Vaterlandes geworden sind.

Man sieht sie gerade in Gegenden wie Essen-Altendorf, Duisburg-Marxloh oder anderen schäbigen Gegenden zuhauf. Der jugendliche Migrant später Generation in ihrer fast stereotypen Erscheinung. Die jungen Herren mit Goldkettchen, gegelten Haaren, betont lässiger Kleidung und alphatier-ähnlichem Benehmen. Meist mit Kaugummi im Mund und/oder Zigarette, lauter Sprache und je nach Geldbeutel und/oder Beziehungen einem hubraummächtigen und möglichst getuntem Fahrzeug. Bevorzugt werden da BMW (3er Baureihe oder höher) und natürlich Mercedes (möglichst in AMG-Ausstattung). Mit einem Gesichtausdruck zwischen John Wayne und James Bond und gegenüber jungen Mädchen einem (in schlechten Filmen abgegucktem) Macho-Verhalten. Fragt man nach dem Beruf und der Schulbildung (für die meisten ein heikles Thema) kommen Antworten wie "Ich arbeite in der Shishabar meines Cousins" oder "Ich helfe an der Waschstrasse meines Onkels". Der erworbene Bildungshorizont schwankt irgendwo zwischen "Ich war Gesamtschule" oder "Was brauch ich Schule?" und wird als Thematik der Selbstdarstellung bewusst verschwiegen. Bei den jungen Damen der Migrantengeneration ist das nicht viel anders. Da werden die Schuhe von Gucci (und seien es noch so billige Fälschungen) einem erhöhtem Bildungsstandard vorgezogen. Das Antlitz erinnert mehr an ein Testgelände der AVON-Beraterin als an ein Gesicht und gerade im Umgang untereinander ist von damenhafter Zurückhaltung nichts zu spüren - die internen Streitigkeiten werden lautstark in einer Mischung aus falschem Deutsch und Heimatsprache in der Öffentlichkeit zum Teil recht handfest ausgetragen. Wer es nicht glaubt, der möge sich einen Tag lang mal an einen Bahnhof oder einem belebten Platz seiner Heimatstadt begeben und beobachten.

Nun fragt man sich natürlich, warum treten junge Männer in fast peinlicher Penetranz auf und warum benehmen sich junge Frauen teilweise so sonderbar. Die Antwort ist ganz einfach. Diese jungen Menschen haben in Ermangelung wirklicher Vorbilder einfach das Bild kopiert, welches ihnen von unseren Medien vorgegauckelt wurde. Sie haben es deshalb kopiert um Respekt zu bekommen, sich dazugehörig zu fühlen und wahrgenommen zu werden. Eine junge Migrantin sieht, welchen Erfolg beispielsweise Britney Spears oder eine andere TV-Größe hat, und schließt daraus, man müsse sich so aufführen, schminken, kleiden und schon würde man bewundert. Ein junger Migrant sieht den Chef mit seinem Mercedes oder den Vermieter mit seinem Maßanzug und glaubt, in die gleiche Klasse aufsteigen zu können, wenn er nur optisch dem Idealbild nachfolgt. Das der Mercedes des Betriebsleiters nicht sein Kern, sondern nur eine Folge ganz anderer Prämissen sind, erkennt er natürlich nicht. Das eine übergeschminkte junge Frau auf der Straße nicht als "Star" akzeptiert wird, sondern bestenfalls als geschmacklos einsortiert wird, realisiert sie nicht. Der Mercedes oder BMW, das Auftreten in der Öffentlichkeit, die Schminke und die Markenklamotten - sie sind nicht mehr als eine gelebte Persiflage unseres Wertesystems. Das aber der Respekt gegenüber dem Fabrikanten mit großem Mercedes nicht aus dem Besitz des Mercedes resultiert - dazu reicht es eben nicht. Man sieht es schon an der Respektlosigkeit gegenüber Menschen mit akademischem Titel, hoher Bildung und bescheidenem Auftreten, die Migranten an den Tag legen, weil sie nicht wissen, das man Niveau, Stil und Lebensart eben nicht bei AMG oder Brabus kaufen kann. Das liegt zum Teil auch in der Kultur der Migranten, in deren Heimatländern das preußische "Mehr sein als scheinen" durch theatralisches "Mehr scheinen als sein" ersetzt wurde und das ohne Frage eine Ursache für die desolaten Verhältnisse dort sind, die zum Verlassen des Landes führten. Um dieses zu erkennen hätte man sich aber Bildung erarbeiten müssen, und das wäre wiederum im eigenen Bekanntenkreis des Migranten nicht als "erfolgreich" angesehen worden. Ein Buch im Schrank und ein gutes Zeugnis gelten dort eben nicht soviel wie eine falsche Markenuhr oder ein geleaster "voll fett krasser" 3er BMW. Man sieht es schon an der Einrichtung der Wohnungen. Migranten kaufen lieber einen Riesen-TV als vernünftige Matratzen oder hochwertige Bettwäsche.

Nun stehen sie also da - der junge Migrant und die junge Migrantin. Übertrieben durchgestylt, geschminkt, mit teuren Klamotten und versehen mit den äußeren Attributen scheinbaren gesellschaftlichen Erfolgs. Und dort bleiben sie auch stehen. Und wundern sich, warum sie dort stehenbleiben (inkl der daraus aufgestauten Frustration). Warum sie dort stehen bleiben ? Ganz einfach : Weil sie niemals zu uns gehören werden. Sie mögen das dickste Auto fahren und die teuerste Handtasche besitzen - sie werden niemals den Respekt der einheimischen Umgebung bekommen. Bestenfalls werden sie zum Objekt von Neid, Unterstellungen oder Verdächtigungen. Sie können unsere Kollegen sein, sie können unsere Nachbarn sein - aber sie werden niemals wirklich unsere Freunde. Sie können in der gleichen Kantine essen, sie können im gleichen Haus wohnen, sie können sogar die gleiche Meinung haben, sie können uns zu ihren Festen einladen oder uns beim Umzug helfen, sie können uns noch so freundlich gegenübertreten - der Weg zu unserem Innersten bleibt ihnen verschlossen. In unser Land konnten sie gelangen, auf unsere Schulen konnten sie gehen, in unsere Herzen kommen sie nie !Wie ein amerikanischer Software-Milliardär, der versucht in die englische Oberschicht zu gelangen. Der kann sich noch so ein schönes Schloss kaufen, beim der Queen zum Tee eingeladen werden oder Millionen fürs Rote Kreuz spenden. In die Kreise der Leute, die sich seit 300 Jahren als die Stütze des Empire sehen (auch wenn es das nicht mehr gibt), kommt er bestenfalls als geduldeter Gast oder nützlicher Geschäftspartner. Emotional steht er noch hinter dem indischen Butler oder dem irischen Hausmeister und gesellschaftlich noch unter dem Privatsekretär.Gelungene Integration ? Kein Problem - wohnen sie hier mal 200 Jahre und dann fragen sie nochmal nach !

Freitag, 15. April 2016

Zum Bestrafen ermächtigt - Der Fall Böhmermann

Gerade kam es in den Nachrichten : Die Bundesregierung der Frau Merkel ermächtigt die deutsche Justiz zur Strafverfolgung des Satirikers Böhmermann wegen Beleidigung des türkischen Staatspräsidenten !

Ich habe schon viele politische Possenspiele erlebt, aber das haut dem Fass den Boden aus. Nicht nur, das die permanent beleidigte Leberwurst vom Bosporus in seinem Heimatland selbst 13jährige Schulbuben wegen "Beleidigung des Präsidenten" vor Gericht zerrt, nein - jetzt darf er dieses mit der Genehmigung der Kanzlerin auch in Deutschland tun. Die Regierung, die gestern noch die verfassungsmäßigen und nichtdiskutabelen Rechte auf freie Meinungsäußerung und Kunst durch Regierungssprecher Seibert verkünden ließ, "ermächtigt" nun den türkischen Staatspräsidenten seine krude Auffassung von Ehre per Gericht in Deutschland zu erkämpfen. Das ist einfach schäbig !

Aber das ist typisch für die alte Frau im Kanzleramt, deren einzige Berechtigung im Amt das Fehlen eines potentiellen Konkurrenten ist. In jeder europäischen Krise wurden die "Freunde" in die Pflicht genommen, in der Asylkrise feiert man die Erfolge von Victor Orbán und den Visegrad-Staaten als die Eigenen und für die Grenzsicherung engagiert man sich den halbseidenen Scheindemokraten vom Bosporus als multipotenten Türsteher, weil man bloß nicht selber die Drecksarbeit machen will. "Lass mal die Anderen machen - ich heimse mir die Erfolge ein." Selber zur politischen Arbeit unfähig setzt Angela Merkel mehr und mehr auf die Arbeit anderer Staaten, teils mit dem Ergebnis mit den übelsten Finsterlingen in politische Bett zu hüpfen. Das in der Causa Böhmermann nun die Entscheidung zur Verteidigung unserer Grundrechte bei einem Gericht liegt, ist genau der gleiche Weg, die unangenehme Arbeit von anderen erledigen zu lassen. Das ist keine Form von politischer Kultur oder staatsmännischem Weitblick - das ist einfach ein nicht hinzunehmender Mangel an Charakter. Wäre das Ansinnen nach Bestrafung eines deutschen Künstlers an Helmut Schmidt oder Helmut Kohl herangetragen worden, so hätte sich der Antragsteller eine erstklassige Abfuhr eingehandelt. Bei Franz-Josef Strauß vermutlich sogar eine öffentliche Ohrfeige. Aber Frau Merkel - unwillig oder unfähig - selber Lösungen zu erarbeiten, braucht nunmal immer jemanden, der für die Arbeit macht und jemanden, der dafür bezahlt. Waren es bei der Euro-Krise die deutschen Sparer, bei der Balkan-Flüchtlingskrise die Visegrad-Staaten, so ist es für den Türkei-EU-Deal eben das Recht der freien Kunst und Kultur, das für den Machterhalt auf dem Altar der "Mutter Merkel" geopfert wird.

Dafür generiert sich ja wenigsten der fußlahme Finanzminister als Rächer der panamesischen Steuerungerechtigkeiten. Das in einer Zeit, in der die Regierung aus tagespolitischen Erwägungen die Verfassung mißbraucht, das Positionieren von Vermögenswerten im Ausland allerdings überlebenswichtig sein kann, brauche ich hier wohl nicht zu erläutern. Ein Mann, der sich Bargeldkoffer im eigenen Schreibtisch nicht erklären konnte, braucht uns keine Nachhilfe zu erteilen, wohin unser Geld zu gehen hat, wenn hier orientalische Fetzentandler,  politische Hütchenspieler und egomanische Politdiven die Regierung spielen. Wer noch kein Konto im Ausland hat, sollte schnellstens eines eröffnen. Dieser Regierung die Steuern zu hinterziehen, kann ich unter den gegebenen Umständen nur als eine Form von höherer moralischer selbsterhaltender Notwehr ansehen. Sollte ich mal im Lotto gewinnen, weiß ich was ich zu tun habe ! Das Geld geht in die Briefkästen, ich selber nach Argentinien und meinen deutschen Pass schmeiße ich in hohen Bogen über den Zaun der nächsten deutschen Botschaft. Oder um es mit einem Merkelzitat zu krönen ".....dann ist das nicht mehr mein Land!".

Wenn nun ein Richter amtsmäßig den Fall Böhmermann untersucht, so wird das daraus erfolgende Resultat (wie das Urteil auch immer ist), den Herr Erdogan zumindest halbwegs zufrieden stellen, Frau Merkels Gesicht als braver türkischer Vasall in den Augen der osmanischen Vertragpartner gewahrt haben und den Turkei-EU-Deal aufrecht erhalten. Dann hat Angela ja wieder etwas als "Erfolg" vorzuweisen. Nur die Verfassung - leicht beschädigt - hat etwas gelitten. Mit einer Verfassung ist es aber wie mit einer Jungfrau. Ein wenig schwanger ist da nicht. Wenn Frau Merkel glaubt, ihre traurige Amtsführung nun durch versilbern der Verfassung zu erhalten, möge sie vorsichtig sein. Es wurde schon einmal jemand "ermächtigt" und das war auch damals keine gute Idee.....